
In Undeloh stehen unzählige Pferdekutschen für den Transfer bereit. Doch wir lassen die Zwei-PS-Gefährte links liegen und bemühen Schusters Rappen. Der Weg führt hinein in die Lüneburger Heide.

Vorbei an Wacholder, Kiefern und weiten Flächen, die überraschend viel Farbe tragen. Es ist September, eigentlich müsste die große Heideblüte langsam vorüber sein. Doch zwischen Grün und Braun leuchtet noch immer Violett. Oder schon wieder. Wir einigen uns darauf, dass die „Heide offenbar einem eigenen Kalender folgt.“ Der Wind streicht über das Land, treibt Wolken über den Himmel, und plötzlich ist da Weite. Kein schroffer Grat begrenzt den Blick. Keine Felswand zwingt den Kopf in den Nacken.
Bis zur Nordsee

Hier wächst Landschaft nicht steil nach oben. Sie breitet sich aus. Und mittendrin erhebt sich unser Berg. Das Wort „erhebt“ verlangt im norddeutschen Tiefland allerdings eine großzügigere Auslegung. Dabei ist der Wilseder Berg keineswegs irgendein Hügel. Er entstand während der Saaleeiszeit als Teil einer Endmoräne. Sein Gipfel bildet ein ausgedehntes Hochplateau, rundherum ziehen sich Mulden, Täler und kleine Schluchten .
Sogar eine Wasserscheide verläuft hier: Quellbäche von Este, Luhe, Wümme und Böhme nehmen in der Gegend ihren Anfang. Letztlich schicken sie ihr Wasser entweder Richtung Weser oder Elbe in die Nordsee.

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