Heimlich dominant

Frank und ich haben weder Messinstrumente noch D-Mark dabei. Dafür genügend bergsteigerische Erfahrung, um festzustellen: „Höhenkrank werden wir hier nicht.“ Während wir gehen, kommt mir eine andere Wanderung in den Sinn.

Etwa 18 Jahre ist es her, dass ich zuletzt hier oben war. Damals ging es mir überhaupt nicht gut. Ich war an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem der Blick nach vorne deutlich beschwerlicher schien als der Weg auf diesen Hügel. Ich weiß nicht mehr genau, was ich damals auf dem Wilseder Berg gesucht habe. Aber ich fand etwas: Mut, Zuversicht, Hoffnung.

Schritt für Schritt

Nicht jene, die mit lauten Fanfaren daherkommt und verspricht, dass ab morgen alles anders wird. Es ist eher die stille Variante der Hoffnung. „Nach dem nächsten Schritt ist noch einer möglich. Und danach wieder einer.“ Der Wilseder Berg wird seinerzeit zu meinem Hoffnungsberg.

Schauinsland

Heute gehe ich denselben Weg noch einmal. Neben mir Frank. Über uns ziehen die Wolken. Wacholder stehen wie grüne Inseln im violetten Meer. Wir reden, lachen, stapfen weiter. „Wo ein Berg, da ein Weg“, säuselt Frank leise. 169 Meter beeindrucken niemanden, der Höhe nur in Zahlen misst.

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