
Oder besser gesagt: nichts Auffälliges. Mein Herz sieht gut aus. Keine erkennbaren Risikofaktoren. Medizinisch betrachtet eine ausgezeichnete Nachricht. Ich freue mich darüber. Natürlich. Nur beruhigt bin ich nicht. Denn eine Frage bleibt unbeantwortet: Was war es dann? Hier beginnt mein neues Problem. Solange die Untersuchungen laufen, raten mir die Mediziner, sportliche Aktivitäten ruhen zu lassen. Stress vermeiden. Auch körperlichen. Vor allem Schwimmen im kalten Wasser sei jetzt Gift für den Körper. Ich höre auf die Fachleute.
Kälte ist kompromisslos
Kein Schwimmen. Kein Laufen. Kein Krafttraining. Kein Boxen. Bewegung nur dort, wo sie sich kaum vermeiden lässt. Mit dem Fahrrad zum Einkaufen zum Beispiel. Für einen Bewegungs-Menschen wie mich ist das schwer auszuhalten.
Besonders das Wasser fehlt mir. Ich weiß seit Kindesbeinen, wie wichtig Bewegung für mich ist. Ich weiß auch, was mir das Schwimmen bedeutet. Aber zwischen etwas wissen und etwas spüren liegt offenbar ein Unterschied. Erst als ich nicht ins Wasser darf, merke ich, wie viel dort von mir hineingehört. Frei nach Arthur Schopenhauer:
„Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.“
Der Rhythmus der Züge. Die Konzentration auf den eigenen Körper. Das Gefühl danach. Diese angenehme Müdigkeit. Und beim Schwimmen im kalten Wasser noch etwas anderes: der Moment, in dem plötzlich alles unwichtig wird, was vorher den Kopf beschäftigt hat. Kälte ist kompromisslos.


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