
All das weiß ich, bin nie leichtfertig ins kalte Wasser gestiegen. Genauso wie ich nie leichtfertig auf Berge kraxele. Langsame Gewöhnung, kurze Aufenthalte, nicht allein schwimmen, auf den eigenen Körper achten – das gehört für mich dazu. Nur hat sich etwas verändert. Nicht das Wasser. Ich.
Ein bislang eher abstraktes Risiko hat ein Gefühl bekommen. Enge in der Brust. Schweres Atmen. Ein Herz, das plötzlich auf sich aufmerksam macht. Wie gehe ich damit um? Gar nicht mehr ins kalte Wasser? Dann würde ich auf etwas verzichten, das mir enorm viel gibt. Aber einfach weitermachen wie zuvor? Auch das fühlt sich falsch an.


Die Antwort liegt wohl irgendwo dazwischen. Das Dazwischen ist für mich verdammt schwer auszuhalten. Mir wird in diesen Wochen etwas bewusst, das banal klingt. Leben lässt sich nicht vollständig absichern. Ich kann mich untersuchen lassen. Ich kann Risiken kennen. Ich kann vernünftig handeln. Ich kann auf meinen Körper hören. Eine Garantie bekomme ich nicht. Nicht fürs Eisschwimmen.
Leben und Wert

Nicht fürs Bergsteigen. Nicht fürs Laufen oder Radfahren. Und vermutlich auch nicht fürs Sitzen auf dem Sofa. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welches Risiko bin ich bereit einzugehen für etwas, das meinem Leben einen Wert gibt? Natürlich möchte ich gesund bleiben. Möglichst lange sogar. Aber Gesundheit bedeutet für mich nicht ausschließlich die Abwesenheit einer diagnostizierbaren Krankheit.

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