Im Regenwald

In dieser Pfütze spiegelt sich das Prinzip Wald: aufnehmen, speichern, weitergeben. Hydrologen sprechen von vier zentralen Prozessen: Niederschlag, Infiltration, Ver-dunstung, Abfluss. Im Niendorfer Gehege kann man sich die vier Vorgänge ansehen – ohne Messgerät, ohne Labor und in aller Ruhe. Längst habe ich aufgehört, trocken bleiben zu wollen. Viel von dem abfließenden Wasser rinnt in die Kollau. Rund acht Kilometer ist der Bach lang und mündet über den Tarpenbek in die Alster.

Das Meiste geht daneben

Von dort weiter in die Elbe, hinaus in die Nordsee, vielleicht weiter in den Atlantik, um irgendwann als Regentropfen wieder zurückzukommen. Das ewige Spiel. Seit Jahr Millionen. Der Regen lässt nach, kurz bricht die Sonne durch die Wolken. Der Wald beginnt zu leuchten, meine Augen auch. Regen ist ein Segen und hat nichts von Gewalt, obwohl es sich rein sprachlich um Niederschlag handelt. Meines Wissens nach erst seit der systematischen Aufzeichnung von Regenmengen im 19. Jahrhundert.

Allen Daten liegt ein gemeinsamer Nenner zugrunde, zumindest aus menschlicher Sicht. Der Großteil des Regens trifft nicht Homo sapiens, sondern geht daneben. Darüber können wir uns freuen. Oder wie Karl Valentin einmal sagte: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

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