Käse, Kräuter, Klarheit

Martina lebt mit und lernt von den Tieren. Sie hört ihnen zu. Eine geniale Schule. Besser als jeder Managementkurs.

„Wenn ich grantig bin, dann spiegelt mir das die Herde sofort. Die werden nervös. Die Ziegen haben Antennen – die zeigen dir, wie du drauf bist.“ Es geht um Achtsamkeit, Verantwortung und Konsequenz. „Wenn du um sechs Uhr nicht draußen bist, dann meckern die dir was.“

Martina sitzt gelegentlich vor der Hütte, oder sie kraxelt rasch auf den Taubenstein. Der Wind weht über die zum Teil steile Wiese und den Wald. „Was brauchst du mehr? Ich hab hier oben alles. Luft. Klarheit. Und das Gefühl, richtig zu sein, wo ich bin.“ Man glaubt ihr das sofort. Ihr Blick ist klar, ihre Stimme bestimmt. Martina redet nicht um den heißen Brei. „Auf der Alm bin ich ich. Ich muss mich nicht verbiegen.“ Eine große Befreiung.

Kostbare Momente

Trotz der vielen körperlichen und mitunter anstrengenden Arbeit. Martina spricht oft von Dankbarkeit. „Es gibt Tage, da steh‘ ich in der Früh da draußen, schau runter ins Tal – und denke mir: Wie gut es mir geht.“ Almleben relativiert so ziemlich alles. Sie sagt das ohne Kitsch, ohne Pathos. Aber sie weiß, wie kostbar diese Momente sind. Im Alltag vieler Menschen fehlen solche Augenblicke. „Die Leute können ihre Aufgaben immer seltener in aller Ruhe erledigen. Die Uhr tickt unerbittlich.“

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