
Auf der Alm klingelt nur einmal am Tag der Wecker. Früh morgens. Sonst käme Martina an grauen und trüben Tagen nur schwer aus dem Bett.

Die Frau ist keine Aussteigerin. Sie nutzt gelegentlich das Internet. Der Strom dafür kommt von einem Solarmodul, das ihr Partner Andi auf das Dach montiert hat. Das reicht. „Ich brauch nicht jeden Tag 300 Nachrichten. Hier oben zählt das Jetzt. Das, was direkt vor dir steht.“ Eine Ziege zum Beispiel. Oder ein Mensch, der zuhört oder gehört werden möchte. Martina und Andi haben manchmal Besuch auf ihrer Alm. Manche bleiben zu einem der gefragten Workshops, manche nur privat auf einen Kaffee oder Tee.
Genauso anders

Doch fast alle gehen verändert wieder zurück. „Ich glaub‘, das liegt an der Stille“, sagt Martina. „Sie liefert Antworten auf so viele Fragen. Und es entstehen die tollsten Ideen.“ Bevor der Tag zu Ende geht, setzt sich Martina gerne noch einmal auf die Bank vor der Hütte. Ein Becher Tee dampft in der Hand, Hündin Tessa döst zu ihren Füßen, die Hühner gackern leise, ein Pferd knabbert an den Grashalmen und irgendwo meckert eine Ziege.
Die Nacht kommt schnell im Gebirge. Und mit ihr das Wissen: Morgen wieder, genauso schlicht, genauso fordernd und genauso anders wie heute.
Martina Fischer – Mangfallgebirge – Taubensteinhaus – Podcast – Spitzingsee – Almzeit



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