Kurzentschlossene erleben mehr

Ein freier Nachmittag, ein Schritt nicht auf, sondern in den Berg: In die Lurgrotte bei Peggau in der Steiermark. Wo die Zeit eine andere Dimension hat. Zwischen Kalkzapfen, Höhlenbär und Wasserläufen. Eine Unterwelt, die sich nur langsam erschließt.

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Manchmal braucht es nicht mehr als ein freies Zeitfenster und eine spontane Entscheidung. Wie neulich. Ich stehe in Peggau vor dem Eingang der Lurgrotte, die Mur rauscht irgendwo unten im Tal, und ich denke: Rein da.

90 Minuten später werde ich wieder draußen sein. Verzaubert. Die Eindrücke aus der großen Tropfsteinhöhle schwingen nach. Aber der Reihe nach. Helmut Schaffler wartet schon. Staatlich geprüfter Höhlenführer ist er, einer mit Routine und besonderem Schmäh.

„Bleibt auf den Steigen“

„Zu Ostern geht’s los, bis Oktober. Hunderte Führungen“, sagt er und grinst. Dann geht es hinein. Zehn Grad. Konstant. Das gesamte Jahr über.

Die Schritte hallen, Wasser rauscht, von den Felsgewölben tropft es leicht. Mit jedem Meter verschiebt sich mein Gefühl für Zeit. Tropfsteine wachsen hier nicht im Eiltempo – sie entstehen. Langsam. Unaufhaltsam. „Leute, bleibt’s bitte auf den Steigen“, sagt Schaffler. „Das tun sie leider nicht immer. Es gibt Unbelehrbare.“

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