


Kein Mensch hat das bislang geschafft. 33 Kilometer Luftlinie – Strömung und Wind verlängern die Strecke. Das Wasser ist 18 Grad warm. Captain Webb hat sich mit Walfett eingerieben. Isolierung gegen die Kälte. Unterkühlung ist für jeden Langstreckenschwimmer eine Art Todesstoß.

Webbs Beine schwingen ähnlich einem Frosch nach außen, er schwimmt Brust und wechselt immer wieder in Seitenlage. Kraulschwimmen gibt es als Schwimmstil noch nicht. An Bord der Ann sind Kapitän Toms, Webbs Vertrauter George Ward, zahlreiche Journalisten, Brandy-Flaschen und Beef Tea (Rinderbrühe). Matthew Webb schaut nach drüben, nach Frankreich. Viel Zeit zum Nachdenken hat er. Er blickt immer wieder auf sein bisheriges Leben.
Seemann & Schwimmer
Matthew kommt am 19, Januar 1848 in Dawley, Shropshire zur Welt, als eines von insgesamt 12 Kindern. Die einstige Bergbaustadt liegt in den Midlands von England, an der Grenze zu Wales. Schon als Junge springt Matthew in Flüsse, wann immer er kann. Im Sommer 1863 rettet der 15-Jährige seinen jüngeren Bruder Charles vor dem Ertrinken. Webb befindet sich schon seit drei Jahren in der Ausbildung zum Seemann. Mit 12 hatte er auf der HMS Conway angeheuert.

Als Webb 1874 auf einem Handelsschiff über den Atlantik Richtung USA fährt, geht ein Matrose über Bord. Der kühne Schwimmer springt hinterher. „Es sei seine Pflicht gewesen, den Mann zu retten“, erzählt er später. Doch der Matrose ist längst tot. Webb erlangt eine gewisse Berühmtheit und bekommt 100 britische Pfund Belohnung.

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