Quallen sind Qualen

Im Jahr 1882 lässt sich der beharrliche Brite in Boston fast 129 Stunden im Wasser treiben – nonstop. Viel Beifall und Staunen. Geld fließt dagegen eher wenig. Der Körper ist ausgelaugt und die Lunge pfeift. Doch Matthew Webb macht weiter. Er will die Stromschnellen unterhalb der Niagara-Fälle in den USA durchschwimmen.

Tortur mit Timing

24. Juli 1883. Das neugierige Publikum wartet am Ufer der tosenden Wassermassen. Webb steht barfuß auf einem Boot und schaut selbstbewusst in das wütend schäumende Wasser. Er springt. Bislang hat das kein Mensch überlebt. Der Captain verschwindet in den weißen Wasser-Walzen. Vier Tage später ziehen Rettungskräfte seine Leiche aus dem Fluss. Das traurige Ende eines Mannes, der einen Traum hatte und ihn umgesetzt hat. Damit inspiriert er bis heute viele Hobby- und Profisportler.

Erst 36 Jahre nach Matthew Webbs erfolgreicher Querung des Ärmelkanals sollte diese Leistung wieder gelingen. 1911 durch den Engländer Thomas William „Bill“ Burgess. In den 1920er Jahren ist es die amerikanische Schwimmerin Gertrud Ederle, die als erste Frau den „Channel“ durchquert. In nur 14 Stunden 32.

Heute benötigen die Schnellsten nicht einmal der Hälfte der Zeit. So wie der Saarbrücker Langstrecken-Schwimmer Andreas Waschburger oder Christof Wandratsch.

Christof Wandratsch wurde von Captain Webb inspiriert

„Was Webb vor 150 Jahren gemacht und geleistet hat, ist aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar“, sagt Wandratsch ehrfurchtsvoll. Andreas Waschburger ergänzt: „Wenn ich lese, dass Webb die Strecke im Bruststil gemeistert hat, schmerzen mir die Knie.“

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