

Als er zehn Jahre alt ist, sucht ihn eine besondere Art der Kinderlähmung heim. Zehn Monate ist er ans Bett gefesselt, kann nur Finger und den Kopf ein wenig bewegen. Mehr nicht.
„Das prägt“, flüstert Carlo fast. „Vor allem, dass mich meine Schulkameraden seinerzeit immer wieder am Krankenbett besucht haben. Lehrer inklusive.“
Gut 50 Jahre am Mikrofon
Am 5. Februar 1971 kam Carlo von Tiedemann zum Norddeutschen Rundfunk. Dem NDR hielt er bis zuletzt die Treue. Im Radio, im Fernsehen und seit einem Jahr auch als Podcaster. „Solange ich noch drei bis vier Sätze geradeaus formulieren kann, mache ich weiter. Wenn ich darf.“ Dann lacht Carlo wie ein Schuljunge. Aber vorher geht der Sohn eines Generalleutnants, der Reporter, der Moderator und meist gut gelaunte Mensch wieder ins Himmelmoor bei Quickborn. „Du weißt schon: Da wo es die schnellsten Geburten gibt.“
Carlo von Tiedemann, Du wirst fehlen. Danke

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