Richtig unverfroren

Richtig unverfroren

 5. Januar 2022

Kälte ist nicht gleich Kälte. Nordsee zum Neujahrsschwumm

Die Zone rund um unsere Körper-Kerntemperatur von 37 Grad ist aber recht eng bemessen.  Plus/Minus 0,5 Grad. Darüber schwitzen, darunter frieren wir. Bei etwa zwei Grad weniger setzt Unterkühlung ein. Ist man/frau draußen also weitgehend unbekleidet im Winterfrost unterwegs oder schwimmt im sehr kalten Wasser, schafft es der Körper gerade einmal, die Kerntemperatur für 20 Minuten zu halten. Danach strömt die Kälte über das Blut in Hirn, Lunge, Herz. Mit zum Teil gravierenden Folgen. Die Organe arbeiten deutlich langsamer. Im Extremfall schlägt das Herz nur noch drei- bis viermal in der Minute.

In der Ruhe liegt die Kraft...

„Steuert man dann nicht dagegen, stirbt der Mensch“, warnt Mediziner Braumann. Immerhin ist es möglich, sich an eisige Temperaturen bis zu einem gewissen Punkt anzupassen. Vor allem, wenn wir uns viel an der frischen Luft bewegen und auf wichtige Einflussfaktoren achten. Stoffwechsel, körperliche Arbeit und Atmung. Allerdings können wir die Art und Weise dieser Faktoren nur begrenzt beeinflussen. Bei der richtigen Bekleidung dagegen gibt es jede Menge Möglichkeiten.

„Warme Luft in den Kleidern einschließen… das isoliert“

„Wenn dir kalt ist, hast du Wärme verloren“, bringt es Outdoor-Expertin Conny Hauser aus dem Schwarzwald auf den Punkt. Deshalb sollten wir die von uns hergestellte warme Luft in der Kleidung einschließen. Das isoliert.“

Hilfreich sind winddichte Materialien für obendrüber, als Mittelschicht etwa ein Fleece-Pulli und Unterwäsche aus Wolle. Wie kaum eine andere Faser leitet sie den bei Bewegung entstehenden Schweiß (Verdunstung) ab. Dennoch hält Wolle warm.

Mit Sonne ist Frost eh halb so wild

Gleichwohl erinnert der frühere Snowboard-Profi und Skitouren-Guide Christof Schett an eine wichtige oft nicht beachtete Grundregel: „Vermeidet bei Bewegung in der Kälte intensives Schwitzen möglichst.“ Also lieber zu Beginn mit weniger Kleidung ein bisschen kühler starten, als während einer Tour im Schweiße ihres/seines Angesichts zu triefen. Bei längeren Pausen, etwa um warmen Tee zu trinken, eine weitere Warmhalte-Schicht drüber oder trockene Kleidung anziehen. „Dann“, garantiert Schett, „wird die Ski- oder Schneeschuhtour bei Frost nicht zum Frust, sondern richtig cool.“

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