Suche nach dem Zauberberg

Auf die Welt kommt Gottfried im fränkischen Baiersdorf bei Erlangen am 9. Dezember 1843. Er ist das vierte von insgesamt sieben Kindern. Sein jüdischer Vater Max Marcus führt einen gut gehenden Pelzhandel, den Gottfried später übernimmt. Obwohl ihn andere Dinge wie Geografie und Gebirge mehr interessieren.

Der Jugendliche absolviert in Erlangen die Realschule, erlernt das Kürschnerhandwerk, wird in Paris, London und St. Petersburg zum Kaufmann ausgebildet, lernt Französisch, Englisch und Russisch. Mit 25 Jahren eröffnet Merzbacher ein Pelzgeschäft in der Münchner Residenzstraße.

Ausgleich zur Arbeit

In die Berge zu gehen, bleibt zunächst „nur“ Abwechslung zur nüchternen Arbeit im Kontor. In den Dolomiten gelingen dem Geschäftsmann zahlreiche Erstbegehungen und schwierige Besteigungen. Immer an der Seite ortskundige Bergführer und Kameraden. 1878 stehen binnen zehn Tagen Monte Bozzon, Monte Schiara und Sasso di Bosconero im Gipfelbuch. Auch die Marmolata. Es folgen Gran Vernel und Erkundungen in der Brenta, schließlich der Wilde Kaiser.

1881 die Erstbesteigung des Totenkirchls mit Peter Soyer, dazu Ellmauer Tor und Hochgrubach-Spitzen. Die Alpen sind für den Pelzhändler eine Schule für alle Sinne. Und eine unerschöpfliche Fundgrube für seine Fotografie. 1888 verkauft der Kaufmann sein Geschäft und widmet sich komplett dem Alpinismus. Merzbacher lernt den Tiroler Bergsteiger Ludwig Purtscheller kennen. Mit ihm geht es 1891 erstmals in den Kaukasus und zum Elbrus.

Dabei stillt der geowissenschaftliche Autodidakt seinen Wissensdurst. Vor allem nach der Lebensweise der einheimischen Bevölkerung. Wie gestaltet sie den Alltag, was treibt sie um, welche Sorgen und Nöte hat sie?

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