Abenteuer

  • Suche nach dem Zauberberg

    Suche nach dem Zauberberg

    Abenteurer, Asienkenner und Alpinist. All das war Gottfried Merzbacher. Am 26. April jährt sich sein Todestag zum 100. Mal. Obwohl er zahlreiche alpine Erstbegehungen und Expeditionen absolviert hat, drohte sein Erbe in Vergessenheit zu geraten. Zu Unrecht.

    Weiterlesen: Suche nach dem Zauberberg

    Kräftige Böen rütteln am Zelt. Die Plane klappert gegen die Stangen. Ein 60-jähriger Mann sitzt an einem kleinen Klapptisch, notiert Zahlen und schreibt auf, was er draußen sieht: Riesige Gletscher, die größer sind als alles, was er bisher gesehen hat.

    Gottfried Merzbacher, ein Pelzhändler aus Bayern. Er ist in Zentralasien unterwegs. Im „Himmelsgebirge“, im Tien Shan. An jenem Sommertag des Jahres 1903 hockt der Abenteurer zwischen Kisten, seiner Fotoausrüstung und Messgeräten. Er versucht, das Gesehene in Worte zu fassen. Keine leichte Aufgabe. Schon der Weg bis hierher war alles andere als einfach.

    Reisen für die Forschung

    „Von allen Hochgebirgen der Erde sind wohl die zentralasiatischen, also auch das Tien Shan, die am schwersten zugänglichen,“ notiert er in sein Tagebuch. „Die Gletscher im Himmelsgebirge gehören sicher zu den größten kontinentalen Eisströmen“. Er muss es wissen. Merzbacher hat viele Gegenden der Erde besucht.

    In Persien war er, im Oman, in Kaschmir, in Nordafrika, im Kaukasus, in China und in den Alpen. In den Dolomiten, am Wilden Kaiser und anderswo.

    Seiten: 1 2 3 4 5

  • Allein unter Männern

    Allein unter Männern

    Lange war der Beruf des Bergführens eine rein männliche Domäne. Seit Ende der 1980er Jahre aber tut sich was. 1988 besteht Christine Welzl ihre Prüfung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin. Die Tirolerin ist eine Pionierin. Ein Gespräch über den Mut, alte Rollenbilder aufzubrechen.

    Weiterlesen: Allein unter Männern

    Christine Welz und ich sind verabredet. Sie steht vor ihrem Auto in Imst am Bahnhof. Eine herzliche Begrüßung und dann fahren wir ins Büro der ÖAV-Sektion in der Tiroler Stadt. Es ist sommerlich warm, die Rollläden sind heruntergefahren. „Magst du etwas trinken?“, fragt Christine. Ich nicke dankbar.

    Ihr Handy klingelt. Sie entschuldigt sich. „Wir planen am Wochenende eine Tour. Sorry.“ Kein Problem. Dann nimmt sie Platz und sitzt mir gegenüber. Ruhig, konzentriert, mit einem Blick, der eher beobachtet als erzählt. Aber lächelnd. Draußen die Imster Berge. Blauer Himmel, kaum Wolken, Wärme und Gipfel. Christine kennt solche Wetterlagen. Als studierte Lehrerin für Geografie und Sport, vor allem aber als Bergsteigerin, Kletterin, Skitouren-geherin und Bergretterin.

    „Ich bin hier geblieben“

    Welzl hat vor 38 Jahren etwas geschafft, was es bis dahin nicht gab. Die Alpinistin schließt ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin ab. Damals gemeinsam mit Helene Steiner. Beide Frauen sind Pionierinnen. In Österreich und im gesamten Alpenraum. „Helene ist nach Kanada gegangen, ich bin hier geblieben und bis heute viel unterwegs.“

    Seiten: 1 2 3 4

  • Aus der Garage um den Globus

    Aus der Garage um den Globus

    Es liest sich fast wie ein Märchen: In einer Garage gründen vier mutige Sachsen ein Unternehmen, das Erlebnisreisen in der ganzen Welt anbietet. Heute arbeiten gut 150 Menschen für DIAMIR. Die Firma wächst, trotz aller Krisen. Eine Erfolgsgeschichte zum Hören…

    Weiterlesen: Aus der Garage um den Globus

    Dresden-Leuben, ein knallrotes Haus an einer vielbefahrenen Straße. Straßenbahnen klingeln, Autos rauschen vorbei, im Schaufenster grüßt ein Lama aus Kunststoff. Drinnen wartet Jörg Ehrlich.

    Was heute ein namhafter Reiseanbieter ist, beginnt vor 25 Jahren in einer Doppelgarage in Dresden. Vier junge Männer, zwei Rechner, ein Faxgerät, ein altes Sofa – mehr braucht es im Jahr 2.000 zunächst nicht, um ein Abenteuer zu starten. Das vielleicht größte des Quartetts. Ehrlich wächst in der Deutschen Demokratischen Republik auf, in einem Staat mit sehr begrenzter Reisefreiheit. In den Westen zu fahren, ist kaum möglich.

    Aber auch im Osten gibt es jede Menge Ziele. Trips und Expeditionen in sozialistische Bruderstaaten. In die Hohe Tatra nach Polen oder in der heutigen Slowakei, ins Rila- und Piringebirge in Bulgarien, in die rumänischen Karpaten oder nach Russland. Nach der Wende aber, „war der Drang, die Welt zu erleben, umso intensiver“, erzählt Jörg Ehrlich. Also los. Aufbruch.

    Die Welt stand uns offen

    Himalaya, Pamir, Anden. Afrika, Asien, Amerika. „Die Welt stand offen und wollte erkundet werden“, so Ehrlich. Aus selbst organisierten Expeditionen entsteht die Idee, Reisen auch für andere Globetrotter zu organisieren. 2.000 gründen die vier Männer DIAMIR. Die Anfänge sind improvisiert. „Die fanden in einer Garage statt“, erinnert sich Ehrlich. Ein Sofa, ein Faxgerät, zwei Computer und ein Glastisch, der bis heute Dreh- und Angelpunkt für das Unternehmen ist.

    Seiten: 1 2 3

  • Wilde Grenzen

    Wilde Grenzen

    Die Pyrenäen sind ein lohnenswertes Ziel. Mein letzter Aufenthalt liegt schon einige Jahre zurück. Leider. Erst kürzlich bin ich auf Hunderte Bilder aus dem Ordesa-Nationalpark gestoßen. Das hat die Lust auf eine Rückkehr nach Spanien entfacht.

    Weiterlesen: Wilde Grenzen

    Beim Aufräumen meiner Festplatten ist es passiert. Zwischen alten Sicherungen, vergessenen Ordnern und kryptischen Dateinamen tauchten plötzlich Hunderte Bilder auf. Nasse Felsen, graugrüne Steilwände, Wolken, die an den Bergen hängen bleiben. Und mit einem Klick war ich wieder dort: in den Pyrenäen. Damals beginnt die Reise in Barcelona. Es ist September. Die Hauptstadt Kataloniens ist eh immer einen Besuch wert, wären da nicht doch recht viele Touristen, so wie ich einer bin.

    Nach Tagen des Ankommens in der Hafenstadt freue ich mich auf die Pyrenäen. Es ist eine Premiere in dem Gebirge, das die iberische Halbinsel vom Rest Europas trennt.

    Auf nach Torla

    Mit Zug und Bus geht es nach Norden, über Huesca, diese alte Handelsstadt mit weitem Himmel, alten Gässchen und imposanter Kathedrale. Weiter hinein nach Aragonien. Das Ziel heißt Torla.

    Nach rund siebenstündiger Fahrt überwältigt mich der erste Eindruck. Torla liegt wie aus dem Fels gemeißelt auf einem kleinen Plateau. Darauf drängen sich die typischen mehrgeschossigen Steinhäuser. Enge Gassen und die imposante Kirche San Salvador. Dahinter ragen massive Wände in die Höhe. Torla gilt als das Tor zu einer einzigartigen Landschaft. Zum Nationalpark Ordesa und Monte Perdido.

    Tiefblick mit Aussicht auf steile Wände

    Seiten: 1 2 3 4