Alpen

  • Allein unter Männern

    Allein unter Männern

    Lange war der Beruf des Bergführens eine rein männliche Domäne. Seit Ende der 1980er Jahre aber tut sich was. 1988 besteht Christine Welzl ihre Prüfung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin. Die Tirolerin ist eine Pionierin. Ein Gespräch über den Mut, alte Rollenbilder aufzubrechen.

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    Christine Welz und ich sind verabredet. Sie steht vor ihrem Auto in Imst am Bahnhof. Eine herzliche Begrüßung und dann fahren wir ins Büro der ÖAV-Sektion in der Tiroler Stadt. Es ist sommerlich warm, die Rollläden sind heruntergefahren. „Magst du etwas trinken?“, fragt Christine. Ich nicke dankbar.

    Ihr Handy klingelt. Sie entschuldigt sich. „Wir planen am Wochenende eine Tour. Sorry.“ Kein Problem. Dann nimmt sie Platz und sitzt mir gegenüber. Ruhig, konzentriert, mit einem Blick, der eher beobachtet als erzählt. Aber lächelnd. Draußen die Imster Berge. Blauer Himmel, kaum Wolken, Wärme und Gipfel. Christine kennt solche Wetterlagen. Als studierte Lehrerin für Geografie und Sport, vor allem aber als Bergsteigerin, Kletterin, Skitouren-geherin und Bergretterin.

    „Ich bin hier geblieben“

    Welzl hat vor 38 Jahren etwas geschafft, was es bis dahin nicht gab. Die Alpinistin schließt ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin ab. Damals gemeinsam mit Helene Steiner. Beide Frauen sind Pionierinnen. In Österreich und im gesamten Alpenraum. „Helene ist nach Kanada gegangen, ich bin hier geblieben und bis heute viel unterwegs.“

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  • Auf alle Fälle

    Auf alle Fälle

    Fünf Wasserfälle. Fünf Fallstudien. Vom heilsamen Mikroklima in Partschins bis hin zum Königsbachfall in Bayern. Alle zeigen, wie fragil diese Urkraft der Natur ist. Auf der Spur des fallenden Wassers und der Energie des Lebens.

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    Wasserfälle sind mehr als nur herabstürzendes H2O. Sie sind Bewegung und Moment des Wandels. Seit jeher stehen die Kaskaden für Reinigung, für Neubeginn, für Kraft und sich im Fluss des Lebens fallen zu lassen.

    Wenn Wasser in die Tiefe rauscht, höre ich Energie. Tosend, unaufhaltsam und zerstäubend – immer lebendig. Für mich sind Wasserfälle Orte, an denen die unablässige Bewegung Demut einflößt. Orte, an denen ich tief atmen kann.

    Aus der Höhe in die Tiefe

    Wasserfälle zeigen symbolisch etwas, das im Alltag oft verloren geht: den Moment des Loslassens, des freien Falls. Alles wollen wir kontrollieren, festhalten, bestimmen, lenken. Es existieren aber Strömungen, gegen die wir nicht ankommen. Mit ihnen vielleicht.

    Die Energie des Miteinanders können und sollten wir nutzen. Denn: Verschwinden wird diese Urkraft nie. Zum Glück. Wie viele Wasserfälle es im deutschsprachigen Raum gibt, lässt sich kaum exakt beziffern – es sind Tausende.

    Aber das passt. Wasserfälle entziehen sich einer exakten Vermessung. Weil Wetter und Niederschlagsmengen höchst unterschiedlich daherkommen. Hier stelle ich fünf Wasserfälle vor, die ich besucht habe. Fünf Orte, die mich daran erinnern, dass Erholung kein Luxus ist – sondern Voraussetzung für ein lebenswertes Leben. Mal prickelnd und erfrischend. Mal Furcht einflößend und ungezähmt. Aber immer zumindest feucht. Mit allen Höhen und Tiefen. Von Südtirol bis Südbayern.

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  • Die Spaß-Spiele

    Die Spaß-Spiele

    Die Olympische Sportwelt blickt wieder nach Italien. Die 25. Winterspiele beginnen am 6. Februar in Cortina d‘ Ampezzo und in Mailand. 1,7 Milliarden Euro sind die Spiele teuer. Die Folgekosten für Umwelt und Natur nicht eingerechnet. Es ginge auch anders. Mit vielleicht mehr Spaß, sogar in Hamburg.

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    In Sachen Nachhaltigkeit sind die Olympischen Winterspiele in Cortina d‘ Ampezzo und Mailand eher kein Vorzeigeprojekt. Allein die neue Bobbahn in Cortina verursachte Kosten von 118 Millionen Euro. Große Naturflächen sind mehr oder weniger zerstört. Ein schlüssiges Konzept für die Zeit nach den Spielen? Eher dürftig. Das kritisiert sogar das Internationale Olympische Komitee (IOC). Wie auch die großen Entfernungen zwischen den Wettkampfstätten.

    Bis zu fünf Stunden Fahrzeit liegen die sportlichen Austragungsorte in den italienischen Alpen auseinander. Ein zentrales Olympisches Dorf? Fehlanzeige.

    SPIELE vor der HAUSTÜR

    Entspricht das der Idee von Spielen, die die Jugend der Welt zusammenführen? Vieles ist fragwürdig. Dabei bin ich ein Sportfan, bewege mich gerne und viel. Auch im Winter. Sind Winterspiele nicht anders machbar? Kleiner und feiner. Weitgehend klimaschonend, kostengünstiger, ohne großes Brimborium. Quasi vor der Haustür. #Winterspielehamburg oder anderswo. Ohne, dass der Spaß zu kurz kommen muss. Mit einem Lächeln, einer humoristischen Note.

    Sport ist und bleibt – zumindest für mich – eben die schönste Nebensache der Welt. Darum folgen in den kommenden 14 Tagen diverse Vorschläge, wie Olympische Winterspiele künftig vielleicht aussehen könnten. Inklusive neuer Sportarten, die bislang nicht im Programm auftauchen. Mit Minimalaufwand, zum Nachmachen und wer mag: auch zum Schmunzeln.

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  • Zwischen Berg & Watt

    Zwischen Berg & Watt

    Mehr als ein halbes Jahrhundert war Eberhard Fimml Bergführer. Wie viele Gäste er durch das Ötztal begleitet hat? Er hat sie nicht gezählt. Was er aber weiß: Den Niederländern hat der über 80-Jährige einiges zu verdanken. Und sie ihm. Und ich die 50. Folge des eventoplena.de-Podcasts .

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    Eberhard Fimml geht langsam. Er atmet schwer, macht Pausen. „Man hat immer etwas weniger Luft“, sagt er, „und mit weniger Sauerstoff wird man immer weniger leistungsfähig.“ Allzu weit tragen ihn seine Beine nicht mehr. Das war lange anders.

    Direkt neben seinem Haus rauscht die Venter Ache vorbei, wild und ungebändigt. Ihr Wasser stammt aus Firn und Gletschern, aus einer Landschaft, die Fimmls Leben geprägt hat. Vent liegt hoch oben im Ötztal, am Ende der Straße. Auf knapp 2.000 Metern, mitten im Hochgebirge.

    Gipfel, Grate, grüne Wiesen

    Rund um das Dorf ragen die höchsten Berge Nordtirols in den Himmel. Wildspitze, Weißkugel, Brochkogel oder Similaun. Gipfel, Grate, Gletscher und grüne Wiesen. Vent ist still und zugleich ein Ort der Bewegung. Bergsteiger kommen, Seilschaften brechen früh auf, Führer gehen voran. Mehr als fünf Jahrzehnte gehört Eberhard Fimml zu denen, die hier noch oft vor dem Morgengrauen unterwegs sind.

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