Hoch oben, wo der Bartgeier seine Kreise zieht und die Gletscher zum Greifen nah erscheinen, führt Lenka Mazurkova das Ramolhaus. Mit viel Herz, pädagogischem Geschick und einer großen Portion Leidenschaft für die Berge.
Weiterlesen: Liebe auf den ersten BlickDer Wind pfeift um die Felsnase unterhalb des Ramolkogels, 3.006 Meter über dem Meer. Schräg gegenüber glitzert der Gurglerferner. Hier oben ist das Reich von Lenka Mazurkova.


Seit vier Sommern ist die gebürtige Tschechin Hüttenwirtin auf dem Ramolhaus – Hamburgs höchstgelegenem Gebäude. Es gehört der Alpenvereinssektion Hamburg-Niederelbe. „Als ich das erste Mal hierher kam, war es Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Lenka Mazurkova.

2021 hilft sie zunächst nur einen Monat aus, dann will es der Zufall – oder besser „das Schicksal so.“ Am Valentinstag 2022 kommt die Anfrage, ob sie die Hütte übernehmen wolle. „Ich habe sofort Ja gesagt.“ Lenka stammt aus dem Flachland Tschechiens. Die Berge lernt sie aber schon als Kind in der Hohen Tatra kennen.
Von der Tatra in die Alpen

Noch während des Studiums arbeitet die junge Frau auf den Hütten im slowakischen Teil der Tatra. Anfangs auch als Lastenträgerin. Das hat im kleinsten Hochgebirge der Welt Tradition. Dutzende Männer und Frauen schleppen hier auf Kraxen all das auf die Schutzhäuser, was nötig ist: Bierfässer, Konservendosen, Baumaterial und Lebensmittel. „Die ganz schweren Lasten habe ich nicht getragen“, erzählt Lenka Mazurkova.
„Ich habe schnell gemerkt, dass das für Frauen eine eher ungeeignete Aufgabe ist.“ Das hat die Tschechin aber nicht davon abgehalten, unbeirrt ihren Weg zu gehen.







