Bayern

  • Drahtseilakt überm See

    Drahtseilakt überm See

    Isidor: Der griechische Name bedeutet „Geschenk der Isis.“ Die ägyptische Göttin spielt hier zwar keine Rolle, aber Isidor heißt die Variante des Klettersteigs am Grünstein oberhalb des „göttlich“ grünen Königssees. Ein Wiedersehen…

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    Ein schlechtes Omen? 13 Jahre ist es her. Damals stand ich allein am Einstieg. Etwa 20 Minuten Fußmarsch oberhalb vom Ufer des Königssees entfernt.

    Die Bob- und Rodelbahn ließ ich seinerzeit genauso links liegen wie heute. Im Sommer ist an dieser Wintersportanlage fast nichts los. Nur ein paar Bauarbeiter, wenige Wanderer, drei Kühe und zwei Pferde.

    Wir sind eine kleine Gruppe. Meine Freunde Karin Freutsmiedl und Christof Wandratsch, deren zwei Töchter Vicky und Stella, sowie Lykka. Eine Freundin. Sie sind Klettersteig-NovizInnen. Ich fungiere sozusagen als Guide. Ausnahmsweise.

    Nur mit…

    2012 gehörte der Grünstein-Klettersteig zu einem meiner ersten Eisenwege. Zwar hatte ich damals einen Klettergurt und Karabiner dabei, aber keinen Helm. Aus heutiger Sicht eine unverzeihliche Nachlässigkeit, dass ich ohne Kopfschutz durch die Wand gekraxelt bin.

    Grob fahrlässig. Wer in einen Klettersteig geht, sollte immer mit herabfallenden Felsbrocken oder Steinen rechnen. Ich habe dazugelernt. Der Helm ist diesmal dabei. Also stehen wir am Einstieg. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel, der Fels ist heiß.

    Steil hinauf. (Bild: Karin Freutsmiedl)

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  • Käse, Kräuter, Klarheit

    Käse, Kräuter, Klarheit

    Martina Fischer ist Sennerin. Auf einer Alm im bayrischen Mangfallgebirge verbringt sie seit Jahren ihre Sommer. Martina liebt Ziegen und Kräuter. Die Bestseller-Autorin hält Vorträge, gibt Workshops und folgt ihrer Intuition.

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    Ein paar Schritte nur – und die Welt ist eine andere. Das Handy verliert den Empfang, der Blick gewinnt an Weite. Morgens um sechs Uhr liegt der Nebel noch tief im Mangfallgebirge.

    Nur das Bimmeln der Glocken verrät: Hier oben lebt jemand. In einer Hütte auf gut 1.300 Metern begrüßt Martina den neuen Tag. Mit einem Lächeln, einer nach Schlaf klingenden Stimme und einem frischen Kaffee. Und mit einem herzlichen „Grüß Gott!“. Martina ist Sennerin – und das seit vielen Jahren. Gemeinsam mit ihrem Partner Andi bewirtschaftet sie eine 140 Hektar große Alm mit 140 Rindern, rund 20 Ziegen, fünf Pferden, vier Hühnern und zwei Hasen.

    Ein Platz mit Erdung

    Dazwischen wuseln zwei Hunde und ab und zu auch Helfer:innen, die für ein paar Tage mit anpacken und das Almleben kennenlernen wollen. Vor allem die gelebte Zeitlosigkeit. Ohne Uhr und Taktung. Martina lacht: „Aber langweilig wird’s nie.“ Bevor sie auf die Alm kam, war sie Krankenschwester, in der Altenpflege tätig und hat in einem Sportgeschäft gearbeitet. „Ich hab‘ alles Mögliche gemacht“, sagt sie. „Aber das hier oben – das ist mein Platz. Ein Ort, der mich beseelt.“

    Heute ist Martina auch ausgebildete Kräuterexpertin. Sie gibt ihr Wissen in Vorträgen weiter und teilt ihre Erfahrungen mit Menschen, die mehr suchen als eine anheimelnde Aussicht: Erdung.

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  • Welle der Berg-Geisterung

    Welle der Berg-Geisterung

    Unterwegs zu sein, bedeutet zumeist auch feine Gewässer zu besuchen. Als bekennende „Wasserratte“ ein Muss. Für mich zumindest. In den vergangenen sieben Tagen habe ich neun schwimmbare Orte entdeckt. Inklusive Bergkulisse.

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    Zunächst ein Abstecher nach Oberbayern. Zum Schliersee und zum Spitzingsee am und im Mangfallgebirge. Später nach Herrsching zum Ammersee und zum Waginger See im Chiemgau. Weiter in den Pongau und die Steiermark. Der Reihe nach.

    Der Schliersee gilt als ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner. Nur rund 50 Kilometer von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt. Das Gewässer schwappt an den gleichnamigen Markt, der schon im 19. Jahrhundert von Erholungssuchenden bevölkert wurde. Mehrfach diente der Ort als Filmkulisse.

    Der See ist rund 2,2 Quadratkilometer groß. In ihm findet sich eine kleine Insel. Sie trägt den Namen Wörth, der aus dem Althochdeutschen „Warid “ kommt und Insel bedeutet. Das Wasser des Schliersees ist recht klar mit Sichtweiten von bis zu viereinhalb Metern.

    Erfrischung nach Anreise

    Da macht das Schwimmen besonders viel Spaß. Knapp 300 Meter höher und gut zehn Kilometer weiter findet sich der Spitzingsee.

    Bis weit ins Frühjahr hinein ist er mit Eis bedeckt. Als ich jetzt dort schwamm, war das Wasser mit 19 Grad ideal zum Abkühlen nach einer langen Zugfahrt. Das lockert müde Knochen und erfrischt.

    Der Blick auf die Gipfel und Grate des Mangfall-Gebirges (Taubenstein, Rotwand oder Rauhkopf..) machen einen Schwumm auch zu einem Augenschmaus und einer Wohltat. Zu einer Welle der Berg-Geisterung.

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  • Wigalds wilde Wasser

    Wigalds wilde Wasser

    Wigald Boning sorgt für gute Laune. Meist im Fernsehen, aber auch privat. Zumindest, wenn er seiner inzwischen gar nicht mehr so ganz neuen Passion nachgehen kann: „Herr Boning geht baden“ – so heißt das neue Buch des gebürtigen Niedersachsen. Die Nachfrage scheint groß. Wigald schwimmt auch auf dem Buchmarkt auf der Erfolgswelle. Auf dem Wasser sowieso… . Ein windig-welliges Gespräch mit Wigald Boning in seiner Wahlheimat am Ammersee in Bayern.

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