Berge

  • Gegen alle Widerstände

    Gegen alle Widerstände

    Sie hat hohe Berge bestiegen, ist einmal um ihr Heimatland gewandert und hat sich in einer männlich dominierten Welt behauptet. Gertrude Reinisch-Indrich ist ein Energiebündel. Gelegentlich auch ein stures. Mehr im neuen Podcast.

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    Manchmal braucht es eine Zugfahrt, um einen Menschen wirklich kennenzulernen. So war es mit Gertrude Reinisch-Indrich und mir. Obwohl wir uns das erste Mal beim Mountainfilm Graz im November 2025 getroffen hatten. Schon dort kommen Gerti (so nennen sie fast alle) und ich ins Gespräch. Weil wir anschließend ein gutes Stück des Heimwegs gemeinsam im Zug verbringen, vertiefen wir unser Kennenlernen. Während der Intercity über die Gleise schaukelt, reden wir. Über Berge natürlich.

    Neugier und Natur

    Über Expeditionen, Frauen im Alpinismus, das Schreiben und Abenteuer. Und darüber, was einen Menschen antreibt, immer wieder aufzubrechen. „Eine Triebkraft ist die Neugierde und die Leidenschaft für die Berge und für die Natur“, sagt Gerti. Und formuliert einen Satz, der ziemlich viel über sie verrät: „Wenn ein schöner Tag ist, dann fällt es mir schwer, andere Arbeiten zu erledigen und nicht auf den Berg zu gehen.“

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  • Glucksendes Glück

    Glucksendes Glück

    Andreas Rainer ist Hüttenwirt, Bergretter, Techniker und Problemlöser. Der Osttiroler führt die Bonn-Matreier-Hütte im Virgental. Die Saison ist jetzt vorbei. Aber die nächste kommt bestimmt. Mit alten und neuen Herausforderungen.

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    Aus der Tiefe gluckst und rauscht es. Andi Rainer schaut über den Rand der Zisterne. Ich beuge mich neben dem Hüttenwirt der Bonn-Matreier-Hütte ebenfalls nach vorn. Irgendwo dort unten verschwindet das Wasser im Dunkel. Auf 2.750 Metern ist dieses glucksende Glück keine Nebensache. Eher Existenzgrundlage.

    Arbeit mit Aussicht

    Andreas Rainer kennt auch die Stille. In seinem ersten Sommer als Hüttenwirt versiegte am 18. Juli die Quelle. Eine Woche später musste jeder Liter mit der Materialseilbahn nach oben gebracht werden. „3.000 bis 4.000 Liter am Tag“, erinnert er sich. „Ohne die Bauern im Tal wäre das kaum möglich gewesen.“ Ich richte mich wieder auf. Hinter uns steht die Bonn-Matreier-Hütte, vor uns fällt das Gelände steil ins Virgental ab.

    Ringsherum die Hohen Tauern. Ein Arbeitsplatz auf 2.750 Metern – mit ziemlich speziellen Arbeitsbedingungen.

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  • Heimlich dominant

    Heimlich dominant

    Der Wilseder Berg spielt in der ersten Liga. Nicht, wenn es um absolute Höhe geht. Eher, weil er mit 169 Metern etwas versteckt, bei dem viele andere Berge in Deutschland nicht mithalten. Zugspitze oder Watzmann können einpacken. Wie, was, warum?

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    Es gibt Berge, für die braucht es Steigeisen, Seil und einen Bergführer. Und es gibt den Wilseder Berg. Für den habe ich Frank Wippermann als Partner gewonnen. Nicht, weil ich einen Bergführer brauche. Sondern weil Frank einen geschrieben hat. Einen Bergführer für Hamburgs Berge. Mehr Expertise geht nicht. Gemeinsam stapfen wir von Undeloh los. Gut 1.000 Menschen leben in dem Heidedorf.

    Mit dem nötigen Ernst

    Der Name stammt wohl aus dem Langobardischen und soll „Quellhain“ bedeuten. Eine gute Stunde Fußweg liegt vor uns. „Ich glaube, wir senken in Undeloh das Durchschnittsalter deutlich“, bemerke ich beiläufig. Frank lacht: „Hauptsachs trockenes Wetter, ordentlich Wind, und reichlich Wolken.“ Beste Voraussetzungen für zwei Bergfexe, die einen Gipfelsturm planen. Auf sage und schreibe 169,2 Meter. Eine ernste Sache. Naja, fast.

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  • Wenn das UND fehlt

    Wenn das UND fehlt

    Gut 25 Jahre lang waren Alix von Melle und Luis Stitzinger ein glückliches Paar. Im Mai 2023 stirbt Luis am Kangchendzönga. Für die Höhenbergsteigerin ändert sich das Leben schlagartig. Ein Gespräch über Trauer, Liebe und das Weitermachen.

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    Es ist ein heißer Sommertag in Füssen. Mehr als 30 Grad. Wir suchen den Schatten, gehen vom Lech hinüber zum Mittersee und weiter Richtung Obersee. Eine kleine Runde nur. Für Alix von Melle beinahe Alltag. Die Wege gehören zu ihrer Joggingstrecke.

    Dabei ist Alix eigentlich für ganz andere Dimensionen bekannt. Sieben Achttausender hat die Höhenbergsteigerin bestiegen, ohne künstlichen Sauerstoff.

    Unruhige Nacht

    Gemeinsam mit ihrem Mann Luis Stitzinger war sie an den höchsten Bergen der Welt unterwegs. 25 Jahre lang waren sie ein glückliches Paar. Im Leben und am Berg. Bis zum 25. Mai 2023.

    An diesem Tag erreicht Luis den Gipfel des 8.586 Meter hohen Kangchendzönga in Nepal. Am Abend zuvor hatten die beiden noch Kontakt. Alix drückt ihm alle Daumen und bittet ihn, sich zu melden, wenn er wieder gesund unten ist. „Mache ich. Bussi Lou“, schreibt er zurück. Alix von Melle schläft dennoch schlecht. „Vielleicht hatte ich eine Vorahnung.“

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