Biologie

  • So ein Schweinehund…

    So ein Schweinehund…

    Er sitzt schon da, bevor wir überhaupt aufstehen. Der innere Schweinehund – treu, überzeugend und erstaunlich träge. Wie schafft er es, die Dinge auszureden, die uns guttun. Im Job, im Sport und anderswo…

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    Die Marathon-Saison hat begonnen. Im April finden überall zahlreiche Läufe über die legendären 42,195 Kilometer statt. Hamburg, Leipzig, London, Wien oder Freiburg. Was die meisten Teilnehmenden vereint: Sie haben ihren inneren Schweinehund längst verdrängt.

    Jenes seltsame, typisch deutsche Wesen, das jede körperliche Anstrengung scheut wie der Teufel das Weihwasser. Der ausländische Mitbürger muss ihn zunächst erst einmal kennenlernen. In kaum einer anderen Sprache gibt es vergleichbare Ausdrücke.

    Erstaunlich wirksam

    Im Englischen existiert kein „inner pig-dog“, im Spanischen kein „perro-cerdo interior.“ Zumindest nutzen viele Sprachen keine tierischen Metaphern für die Umschreibung des schwachen Willens, der Trägheit oder Faulheit.

    Im deutschsprachigen Raum haben wir ein Tier dafür erschaffen, das weder richtig bellen noch ordentlich grunzen kann – und trotzdem erstaunlich wirksam ist. Doch wie sieht er eigentlich aus, dieser Schweinehund?

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  • Im Regenwald

    Im Regenwald

    Ein Spaziergang im Regen – mitten im Niendorfer Gehege in Hamburg, wo die Bäume trinken, atmen und erzählen. Zwischen Pfützen und Tropfen zeigt sich, wie Stadt und Wald miteinander verbunden sind. Eine Einladung, sich über Regen zu freuen.

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    Bei Sonnenschein kann’s jeder. Wenn die Pfade trocken sind, die Eichhörnchen herumflitzen und das Licht golden durch die Blätter leuchtet, dann zieht es halb Hamburg in einen der vielen Wälder der Hansestadt.

    Heute hat der Himmel beschlossen, ernst zu machen. Regen, stetig, schnörkellos, begleitet von einem Wind, der nach Norden schmeckt. Ich ziehe die Kapuze fester und trete ein ins Niendorfer Gehege. Man könnte auch sagen, hinein in das, was ich mit gutem Willen „Wetter“ nenne – und was Hydrologen nüchtern als „Niederschlag“ bezeichnen. Der Boden gluckst. Neben mir die Kollau, jener Bach, der das Niendorfer Gehege entwässert. Jeder Schritt klingt wie ein schmatzender Seufzer.

    Tropfendes Tempo

    Der Wald trinkt. Auf den glatten Buchen-rinden läuft das Regenwasser in silbrigen Rinnsalen hinab, sammelt sich in Astgabeln, tropft ab, verteilt sich auf das, was darunter wächst. Ein kompliziertes, aber perfektes System. Die Wissenschaft nennt das Interzeption: Ein Teil des Regens wird in den Baumkronen aufgefangen, verdunstet wieder oder gelangt verzögert auf den Boden. Für mich ist es ein Schauspiel aus Tropfen und Zeit. Wald hat sein eigenes Tempo.

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