Hydrologie

  • Im Regenwald

    Im Regenwald

    Ein Spaziergang im Regen – mitten im Niendorfer Gehege in Hamburg, wo die Bäume trinken, atmen und erzählen. Zwischen Pfützen und Tropfen zeigt sich, wie Stadt und Wald miteinander verbunden sind. Eine Einladung, sich über Regen zu freuen.

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    Bei Sonnenschein kann’s jeder. Wenn die Pfade trocken sind, die Eichhörnchen herumflitzen und das Licht golden durch die Blätter leuchtet, dann zieht es halb Hamburg in einen der vielen Wälder der Hansestadt.

    Heute hat der Himmel beschlossen, ernst zu machen. Regen, stetig, schnörkellos, begleitet von einem Wind, der nach Norden schmeckt. Ich ziehe die Kapuze fester und trete ein ins Niendorfer Gehege. Man könnte auch sagen, hinein in das, was ich mit gutem Willen „Wetter“ nenne – und was Hydrologen nüchtern als „Niederschlag“ bezeichnen. Der Boden gluckst. Neben mir die Kollau, jener Bach, der das Niendorfer Gehege entwässert. Jeder Schritt klingt wie ein schmatzender Seufzer.

    Tropfendes Tempo

    Der Wald trinkt. Auf den glatten Buchen-rinden läuft das Regenwasser in silbrigen Rinnsalen hinab, sammelt sich in Astgabeln, tropft ab, verteilt sich auf das, was darunter wächst. Ein kompliziertes, aber perfektes System. Die Wissenschaft nennt das Interzeption: Ein Teil des Regens wird in den Baumkronen aufgefangen, verdunstet wieder oder gelangt verzögert auf den Boden. Für mich ist es ein Schauspiel aus Tropfen und Zeit. Wald hat sein eigenes Tempo.

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