Innsbruck

  • Das Leben im Griff

    Das Leben im Griff

    Jasmin Plank lebt in Hall in Tirol. Sie ist 37 Jahre alt und Kletterin. Eine der besten ihres Fachs, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. Die sportliche Hundemama räumt beim Para-Klettern mächtig ab und auf. Mit Klischees über Behinderung und Bergsport.

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    Kletterhalle Innsbruck, ein Vormittag im Frühjahr. An den hohen Wänden arbeiten sich Körper in allen Größen, Farben und Tempi nach oben.

    Über Griffe, Kanten, kleine Tritte. Dazwischen: Jasmin Plank. Sie sitzt im Rollstuhl. Lächelnd, fokussiert, warmherzig. Und dann ist da noch Chiara – die Assistenzhündin. Unaufgeregt liegt sie da. Doch sobald Jasmin sich der Wand nähert, wird auch die Hündin wachsam. Sie weiß, wann sie gebraucht wird – manchmal noch bevor Jasmin es selbst weiß. Jasmin Plank, fast 38 Jahre alt, kommt aus Hall in Tirol. Sie ist Para-Kletterin. Europameisterin. Vize-Weltmeisterin.

    Sechsfache Weltcupsiegerin. Und doch: Für sie ist das alles eher eine unglaubliche Nebenwirkung – auf einem Weg, der keiner war, sondern irgendwann begonnen hat. Nicht wirklich freiwillig, eher erzwungenermaßen.

    Leben und Leiden

    Eines Morgens, Jasmin ist Mitte 20, zieht sie los zur Arbeit – und sieht plötzlich Schilder nicht mehr richtig. Die erste Diagnose: Sehnerv-Entzündung. Später: spastische Lähmung. (Hereditäre spastische Spinalparese, eine unvollständige Lähmung aller vier Extremitäten).

    Ohne klar erkennbare Ursache. Die Beine werden schwächer. Es folgen Schübe, Rückschritte, Verunsicherung. Ihre Arbeit als Leiterin einer Kinderkrippe kann sie nicht mehr ausüben. Ein schwerer Schlag für die junge Frau, die ihren Traumberuf gefunden hatte. Jasmins altes Leben zerfällt, ohne dass sich ein neues abzeichnet.

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  • Alles Geschmacks-Sache

    Alles Geschmacks-Sache

    Reisen geht durch den Magen. Immer wenn ich woanders ankomme, haben sich bestimmte Snacks und Spezialitäten zu einer Art Ritual entwickelt. Ich vernasche eine lokale lukullische Lustbarkeit. Von „Ampfnudeln“ bis Zimtschnecken.

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    Neulich in Innsbruck. Der Duft von frischem Fleischkäse zieht mich magisch in die Metzgerei. Würzige Ankunft mit Biss. Das schmeckt vielen Österreichern ähnlich. Laut Statistik greifen 1,3 Millionen „Ösis“ einmal pro Woche zum Fleischkäse.

    Vegetarier mögen diese Fleischeslust bitte verzeihen. Aber die Gene. Ich stamme aus dem Großraum Nürnberg. In Franken sind Wurst & Fleisch noch immer Teil einer Lebenseinstellung. „Schäufele“ – eine knusprige Schweineschulter mit „Kloß & Soß“ – haben sich in meine ökotrophologische DNA eingebrannt. Heute lebe ich im „Schäufele“-Notstandsgebiet Hamburg. Dort wo Aalsuppe kredenzt wird und wo schon dänische Einflüsse grüßen.

    Nie mehr als zwei

    In Tondern und Sonderborg besteht mein Ritual aus Pølser. Genauer gesagt aus „Rød pølse“. Die rote Wurst ist traditioneller Bestandteil des dänischen Hotdogs , gerne mit Remoulade, Ketchup, Röstzwiebeln und Gurkenscheiben serviert. Aber Vorsicht: Beim Verzehr von mehr als zwei dieser Snacks kann sich das nachteilig auf das Glücks-Empfinden des Konsumenten auswirken. Die Dänen wissen das.

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  • Kaiser, Kogel, Klettereien

    Kaiser, Kogel, Klettereien

    Innsbruck ist nah. Das Sellraintal nutzt diese Nähe zur Stadt geschickt, ohne seine Identität zu verlieren. Der Alpinist und Fotograf Heinz Zak weiß das sehr zu schätzen. Immer wieder kehrt er in das Bergsteigerdorf zurück. Auch als Radio-Reporter…

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    Mit dem Bus braucht man vom „Goldenen Dachl“ nicht einmal eine Stunde bis nach Gries, Sellrain und St. Sigmund. In kaum einem anderen Bergsteigerdorf in Österreich liegen weitgehend unberührte Berge und das quirlige Leben einer Stadt so dicht beieinander. Für St. Sigmunds Bürgermeister Anton Schiffmann kein Fluch, sondern ein Segen: „Wir brauchen den Tourismus. Ohne ihn gäbe es hier vieles sicher nicht.“

    Natürliche Schatzkammer

    Seine Bürgermeister-Kollegen in Gries (Hans Motz) und Sellrain (Benedikt Singer) stimmen nickend zu, als Heinz Zak nachfragt. Der bekannte Alpinist und Fotograf kennt das Sellraintal sehr gut. „Das ganze Tal ist eine natürliche Schatzkammer, die schon Kaiser und andere prominente Gäste zu schätzen wussten.“ Heinz Zak ist ein weitgereister Mann. Doch er liebt seine Tiroler Heimat. Immer wieder kehrt er ins Sellraintal zurück. Dort findet er alles, was sein alpinistisches Herz begehrt.

    Hohe Berge, stille Täler, atemberaubende Aussichten und wundervolle Skitouren. „Für mich ist das Sellrain ein wahrer Fundus für meine Motive“, sagt Kletterpionier Zak. Und für unzählige Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse.

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  • „Ich schaue mich so herrlich leer“

    „Ich schaue mich so herrlich leer“

    Reinhold Scherer ist ein Pionier. Zumindest, was den Klettersport angeht. Seit Jahrzehnten entdeckt der Tiroler immer neue Routen und Talente. Viele Jahre arbeitet „Reini“ erfolgreich als Trainer. In Innsbruck leitet der 58-Jährige das Kletterzentrum, eines der größten in der Welt. Ein Mekka für alle, die es steil und knifflig mögen.

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