Landschaft

  • Heimlich dominant

    Heimlich dominant

    Der Wilseder Berg spielt in der ersten Liga. Nicht, wenn es um absolute Höhe geht. Eher, weil er mit 169 Metern etwas versteckt, bei dem viele andere Berge in Deutschland nicht mithalten. Zugspitze oder Watzmann können einpacken. Wie, was, warum?

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    Es gibt Berge, für die braucht es Steigeisen, Seil und einen Bergführer. Und es gibt den Wilseder Berg. Für den habe ich Frank Wippermann als Partner gewonnen. Nicht, weil ich einen Bergführer brauche. Sondern weil Frank einen geschrieben hat. Einen Bergführer für Hamburgs Berge. Mehr Expertise geht nicht. Gemeinsam stapfen wir von Undeloh los. Gut 1.000 Menschen leben in dem Heidedorf.

    Mit dem nötigen Ernst

    Der Name stammt wohl aus dem Langobardischen und soll „Quellhain“ bedeuten. Eine gute Stunde Fußweg liegt vor uns. „Ich glaube, wir senken in Undeloh das Durchschnittsalter deutlich“, bemerke ich beiläufig. Frank lacht: „Hauptsachs trockenes Wetter, ordentlich Wind, und reichlich Wolken.“ Beste Voraussetzungen für zwei Bergfexe, die einen Gipfelsturm planen. Auf sage und schreibe 169,2 Meter. Eine ernste Sache. Naja, fast.

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  • Natürlich wild

    Natürlich wild

    Was passiert, wenn Natur wieder Natur sein darf – und Menschen lernen, ihr zuzuhören? Dann könnte so etwas entstehen, wie im Gesäuse in der Steiermark. Dort sind Naturschutz und Tourismus keine Gegenspieler, sondern Partner.

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    Unter der schmalen Holzbrücke gurgelt es. Der Johnsbach strömt, schleift Kies und rollt Steine Richtung Enns. Rolling Stones mitten in der Steiermark.

    Herbert Wölger (l) ist Geschäftsführer des Nationalparks Gesäuse

    Einst war der Johnsbach begradigt und technisch gebändigt. Heute darf er wieder fließen. „Ein echter, schöner Wildbach ist er geworden“, sagt Herbert Wölger, Geschäftsführer des Nationalparks Gesäuse. „Fischotter, Bachforelle – alles wieder da.“ Der studierte Forstwirt lehnt sich an das Geländer und deutet auf eine Stelle am Ufer, kurz vor der Einmündung des Johnsbaches in die Enns.

    Unversaut schweißtreibend

    „Da befindet sich ein Mikrofon. Es nimmt das Klackern der Steine auf, die über den Grund rollen.“ Je lauter das Geräusch, desto mehr Material transportiert der Bach. Forschende der Universität für Bodenkultur in Wien werten die Daten aus. Sie wollen verstehen, wie der Bach sich und angrenzende Bereiche verändert. Wissenschaft ist Beobachtung.

    Im Gesäuse haben das viele Menschen in einem langen Prozess offenbar verstanden. Im Xeis, wie es die Einheimischen nennen, begegnen sich Natur und Mensch auf vergleichsweise engem Raum. Sylvia Hofbauer vom Tourismusverband sagt: „Wir sind froh, dass das Gesäuse unversaut und schweißtreibend geblieben ist. Das grenzt unsere Gästeklientel automatisch ein.“ Hofbauer sieht das nicht als Makel.

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