Nordsee

  • Moin reicht völlig

    Moin reicht völlig

    Die Menschen auf einer Hallig bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Fiede Nissen, der langjährige Postschiffer, und Inselpilot Jan-Lüppen Brunzema, schon gar nicht. Jetzt sind beide wieder vereint. Jan starb schon vor einigen Jahren, Fiede erst kürzlich. Ein Schnack in Memoriam.

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    Da kann die Nordsee noch so wild über die Ufer von Langeneß schwappen und eine für „Landeier“ noch so steife Brise wehen. Für die zwei Friesen war das nur „schnelle Luft.“ Jetzt begegnen sich die beiden wieder. Nicht am Wasser, sondern im Himmel.

    Draußen braust die Nordsee über die Ufer von Langeneß. Jene Hallig, die mit etwa zehn Kilometern Länge das größte Eiland dieser Art ist. Knapp zwei Stunden braucht die Fähre vom Festland zur „langen Nase“, die zwar wie eine Insel aussieht, aber – um Gottes Willen – keine ist.

    Ureinwohner und Unikum

    „Eine Hallig ist eine Hallig und keine Insel“, sagt Fiede Nissen. Wenn es einer wissen sollte, dann er. Friedrich Nissen war sozusagen ein „Ureinwohner“, ein „Unikum“. 

    „Halligen sind anders entstanden als die großen nordfriesischen Inseln Amrum, Sylt, Pellworm oder Föhr“. Und darum „ticken“ die Halligbewohner auch irgendwie anders.

    Sie sind nicht laut, aber klar, wissen, was sie wollen. Und vor allem, was sie auf gar keinen Fall akzeptieren. Die ganztägige Begrüßung heißt MOIN. „Moin Moin ist schon Gesabbel“, sagte Fiede Nissen immer. „Einmal Moin reicht völlig aus.“ Für einen Klönschnack war er aber durchaus zu haben. Die vielen einsamen Fahrten auf der Wattenmeer-Lore vom Festland auf die Hallig mögen daran ihren Anteil haben. Viel Wind, Ebbe und Flut immer im Nacken. „Da hast du viel Zeit zum Nachdenken“, sagte Fiede Nissen gerne.

    Über sich, die Natur, die Leute, die Stille, über das Jetzt und das, was kommt. Denn irgendwie geht es immer weiter. „Wir können nur nach vorne leben.“ Das wissen die Menschen auf den Halligen, die ihre Heimat lieben und bewahren.

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  • WATT ein WELTERBE

    WATT ein WELTERBE

    Das Wattenmeer ist ein vergleichsweise junges Ökosystem. Etwa 8.000 Jahre alt. Erst seit gut drei Monaten leitet Franziska Junge die Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in Tönning. Ein Gespräch über Schlick, Insekten und ein Welterbe.

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    Franziska Junge steht unter einem Pottwal-Skelett und schaut nach oben. 17 Meter Knochen. Rippen, Wirbel, Zähne. Ein Tier, das normalerweise in großen Tiefen lebt. Gefährlich wird es für das riesige Säugetier dort, wo das Meer flach wird. Auch im Wattenmeer.

    Draußen vor dem Multimar Wattforum in Tönning kreischen Möwen über dem Hafenbecken. Drinnen spricht Franziska Junge über einen Landschaftsraum, der niemals stillsteht. Ebbe. Flut. Strömungen. Schlick. Wind. Mehr als 4.000 Quadratkilometer Nationalpark. Das entspricht einer Fläche von etwa 560.000 Fußballfeldern. Eine riesige Aufgabe, all das zu schützen. Seit wenigen Monaten leitet Franziska Junge den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Ihr neuer Lebensmittelpunkt.

    Die Schatzsucherin

    Ein Ort, der sie aber schon deutlich länger begleitet. Zuletzt im Umweltministerium in Kiel. Geboren wurde Franziska Junge in Thüringen, in der Gegend von Gera. Ans Meer zog es sie trotzdem früh. Sommerferien in Rostock. Verwandtschaft in Hamburg. Muscheln und Steine in den Jackentaschen. „Diese Leidenschaft ist geblieben. Schon als Mädchen waren meine Augen sehr oft auf den sandigen Untergrund am Strand gerichtet.

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  • Festtage für den Fischkopf

    Festtage für den Fischkopf

    Zwölf Tage Schottland. Zwölfmal kaltes Wasser. Zwischen Highlands, Lochs und Atlantik wird aus einer Reise schnell ein ziemlich nasses Vergnügen. Oder auch eine Liebeserklärung an den Norden Großbritanniens.

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    Schottland und Wasser. Das gehört zusammen wie Tag und Nacht, Körper und Seele oder Sonnenschein und Niederschlag. Wobei der Regen während dieser Reise überraschend selten vorbeigeschaut hat. Drei, vielleicht vier echte Schauer in knapp zwei Wochen.

    Gute Quote für ein Land, in dem das schlechte Wetter angeblich nicht nur zuhause sein soll, sondern oft entsteht. Auch drei bis fünfmal am Tag. Auf dieser Reise Fehlanzeige. Stattdessen Sonne, Wind und dieses unbeschreibliche Licht. Es lässt die Highlands und Küstenstreifen aussehen, als hätte jemand einen Farbfilter darüber gelegt. Einen Schleier. Je nach Stimmung. Mal kräftiger, mal kontrastärmer, aber immer sehr speziell.

    Nur, wenn ich es beherrsche

    Für Naturfreaks ist diese Mischung aus Bergen, Seen und rauer Küste auf jeden Fall brandgefährlich. Ein Fischkopf wie ich steigt aus dem Zug oder dem Bus, schaut einmal über ein Loch, einen Hang oder irgendeine zerzauste Bucht — und möchte sofort hineinlaufen. Mich hält dann wenig.

    Obwohl: Ich schaue mir die Gewässer vorher genau an. Gibt es Strömungen, Strudel, Felsen oder andere Gefahren? Risiko nur, wenn ich davon überzeugt bin, dass ich es beherrsche.

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  • SPA in SPO

    SPA in SPO

    Sankt Peter-Ording ist einzigartig. SPO – wie die Abkürzung lautet – verfügt über einen Sandstrand, der in Deutschland seinesgleichen sucht. Früher war ich oft auf der Halbinsel Eiderstedt. Dann gab es eine lange, zu lange Pause. Kürzlich war ich endlich einmal wieder in St.Peter-Ording. Mit Lust auf die einzigartigen Pfahlbauten, den megabreiten und weitläufigen Strand sowie auf Wind und Wellen. Nordseeluft tanken und Nordseewasser schmecken.

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