Podcast

  • Flausen, Fels, Familienmensch

    Flausen, Fels, Familienmensch

    Es gibt Menschen, die sich verschenken. Der Kletterer Simon Gietl ist so einer. Bergführer, Extremkletterer – und für manche ein Gutschein mit Aussicht. Der Südtiroler hat jede Menge Erstbegehungen absolviert. Die Belohnung? Kein Pokal, sondern Apfelstrudel.

    Weiterlesen: Flausen, Fels, Familienmensch

    Später Nachmittag in Luttach im Ahrntal. Ein Wirtshaus, gedämpfte Stimmen. Hier regiert Dialekt. Simon Gietl sitzt am Ecktisch, bestellt Espresso, die Haare ein wenig zerzaust, die gelbe Jacke leuchtet.

    Er winkt kurz in den Raum, lächelt – ein Gesicht, das eher an einen Lausbub‘ erinnert als an einen der stärksten Kletterer seiner Generation. Simon Gietl, 41, Bergführer, Familienvater, Extremkletterer. Aufgewachsen in Oberwielenbach, einem kleinen Dorf im Pustertal.

    Viel Freiheit, wenig Programm. Die Natur als Spielplatz. Schwerter aus Ästen, Stürze in den Bach inklusive. „Eigenverantwortung“, sagt er heute, „ist eines der größten Geschenke meiner Eltern.“

    Der Weg zum Klettern beginnt spät. Mit 18. Per Anhalter unterwegs, in der Nähe von Toblach. Ein älterer Bergsteiger nimmt ihn mit, erzählt von der Großen Zinne in den Dolomiten. Eine halbe Stunde Autofahrt, die das Leben des jungen Mannes verändert.

    Seiten: 1 2 3 4

  • Allein unter Männern

    Allein unter Männern

    Lange war der Beruf des Bergführens eine rein männliche Domäne. Seit Ende der 1980er Jahre aber tut sich was. 1988 besteht Christine Welzl ihre Prüfung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin. Die Tirolerin ist eine Pionierin. Ein Gespräch über den Mut, alte Rollenbilder aufzubrechen.

    Weiterlesen: Allein unter Männern

    Christine Welz und ich sind verabredet. Sie steht vor ihrem Auto in Imst am Bahnhof. Eine herzliche Begrüßung und dann fahren wir ins Büro der ÖAV-Sektion in der Tiroler Stadt. Es ist sommerlich warm, die Rollläden sind heruntergefahren. „Magst du etwas trinken?“, fragt Christine. Ich nicke dankbar.

    Ihr Handy klingelt. Sie entschuldigt sich. „Wir planen am Wochenende eine Tour. Sorry.“ Kein Problem. Dann nimmt sie Platz und sitzt mir gegenüber. Ruhig, konzentriert, mit einem Blick, der eher beobachtet als erzählt. Aber lächelnd. Draußen die Imster Berge. Blauer Himmel, kaum Wolken, Wärme und Gipfel. Christine kennt solche Wetterlagen. Als studierte Lehrerin für Geografie und Sport, vor allem aber als Bergsteigerin, Kletterin, Skitouren-geherin und Bergretterin.

    „Ich bin hier geblieben“

    Welzl hat vor 38 Jahren etwas geschafft, was es bis dahin nicht gab. Die Alpinistin schließt ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin ab. Damals gemeinsam mit Helene Steiner. Beide Frauen sind Pionierinnen. In Österreich und im gesamten Alpenraum. „Helene ist nach Kanada gegangen, ich bin hier geblieben und bis heute viel unterwegs.“

    Seiten: 1 2 3 4

  • Aus der Garage um den Globus

    Aus der Garage um den Globus

    Es liest sich fast wie ein Märchen: In einer Garage gründen vier mutige Sachsen ein Unternehmen, das Erlebnisreisen in der ganzen Welt anbietet. Heute arbeiten gut 150 Menschen für DIAMIR. Die Firma wächst, trotz aller Krisen. Eine Erfolgsgeschichte zum Hören…

    Weiterlesen: Aus der Garage um den Globus

    Dresden-Leuben, ein knallrotes Haus an einer vielbefahrenen Straße. Straßenbahnen klingeln, Autos rauschen vorbei, im Schaufenster grüßt ein Lama aus Kunststoff. Drinnen wartet Jörg Ehrlich.

    Was heute ein namhafter Reiseanbieter ist, beginnt vor 25 Jahren in einer Doppelgarage in Dresden. Vier junge Männer, zwei Rechner, ein Faxgerät, ein altes Sofa – mehr braucht es im Jahr 2.000 zunächst nicht, um ein Abenteuer zu starten. Das vielleicht größte des Quartetts. Ehrlich wächst in der Deutschen Demokratischen Republik auf, in einem Staat mit sehr begrenzter Reisefreiheit. In den Westen zu fahren, ist kaum möglich.

    Aber auch im Osten gibt es jede Menge Ziele. Trips und Expeditionen in sozialistische Bruderstaaten. In die Hohe Tatra nach Polen oder in der heutigen Slowakei, ins Rila- und Piringebirge in Bulgarien, in die rumänischen Karpaten oder nach Russland. Nach der Wende aber, „war der Drang, die Welt zu erleben, umso intensiver“, erzählt Jörg Ehrlich. Also los. Aufbruch.

    Die Welt stand uns offen

    Himalaya, Pamir, Anden. Afrika, Asien, Amerika. „Die Welt stand offen und wollte erkundet werden“, so Ehrlich. Aus selbst organisierten Expeditionen entsteht die Idee, Reisen auch für andere Globetrotter zu organisieren. 2.000 gründen die vier Männer DIAMIR. Die Anfänge sind improvisiert. „Die fanden in einer Garage statt“, erinnert sich Ehrlich. Ein Sofa, ein Faxgerät, zwei Computer und ein Glastisch, der bis heute Dreh- und Angelpunkt für das Unternehmen ist.

    Seiten: 1 2 3

  • Zwischen Berg & Watt

    Zwischen Berg & Watt

    Mehr als ein halbes Jahrhundert war Eberhard Fimml Bergführer. Wie viele Gäste er durch das Ötztal begleitet hat? Er hat sie nicht gezählt. Was er aber weiß: Den Niederländern hat der über 80-Jährige einiges zu verdanken. Und sie ihm. Und ich die 50. Folge des eventoplena.de-Podcasts .

    Weiterlesen: Zwischen Berg & Watt

    Eberhard Fimml geht langsam. Er atmet schwer, macht Pausen. „Man hat immer etwas weniger Luft“, sagt er, „und mit weniger Sauerstoff wird man immer weniger leistungsfähig.“ Allzu weit tragen ihn seine Beine nicht mehr. Das war lange anders.

    Direkt neben seinem Haus rauscht die Venter Ache vorbei, wild und ungebändigt. Ihr Wasser stammt aus Firn und Gletschern, aus einer Landschaft, die Fimmls Leben geprägt hat. Vent liegt hoch oben im Ötztal, am Ende der Straße. Auf knapp 2.000 Metern, mitten im Hochgebirge.

    Gipfel, Grate, grüne Wiesen

    Rund um das Dorf ragen die höchsten Berge Nordtirols in den Himmel. Wildspitze, Weißkugel, Brochkogel oder Similaun. Gipfel, Grate, Gletscher und grüne Wiesen. Vent ist still und zugleich ein Ort der Bewegung. Bergsteiger kommen, Seilschaften brechen früh auf, Führer gehen voran. Mehr als fünf Jahrzehnte gehört Eberhard Fimml zu denen, die hier noch oft vor dem Morgengrauen unterwegs sind.

    Seiten: 1 2 3 4