Schwimmen

  • Nicht nur für Toni’s

    Nicht nur für Toni’s

    Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich arbeite viel mit Tonmaterial. Dass ich nun auch im Ton schwimme, bedarf einer Erklärung. Sie beginnt im Sachsenwald, vor den Toren Hamburgs…

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    Es riecht nach trockenem Sandboden, nach Mischwald, nach feuchtem Holz. Weiche Sommer-Luft umschmeichelt den Kopf. Wir sind im Sachsenwald.

    Christine und ich sind an der S-Bahn-Haltestelle Wohltorf ausgestiegen. Eine gute halbe Stunde vom Trubel des Hamburger Hauptbahnhofs entfernt. In Wohltorf herrscht dagegen sommerliche Ruhe. Die Vorgärten der Siedlungshäuser aus den 1970er, 80er und 90er Jahren empfangen uns in gepflegter Bürgerlichkeit. Die Rasenflächen sind akkurat gemäht, die Hecken geschnitten und aus manchem Garten grüßt ein Gartenzwerg.

    Ab in den Urwald

    Wir folgen der Straße, die unser Ziel im Schilde führt. Am Tonteich. Doch bevor es uns in das Naturfreibad am Rande des Sachsenwaldes zieht, marschieren wir in das Dickicht. Ein feiner Forstweg. Ringsherum Mischwald. Buchen, Birken, Eschen, Eichen, wenige Fichten und Kiefern, die Schatten und angenehme Kühle spenden. Der Sachsenwald ist tatsächlich der letzte Rest eines sehr alten Urwaldes, der sich in grauer Vorzeit von der Ostsee bis nach Niedersachsen erstreckt.

    Das ist lange vorbei. Heute ist der Forst immerhin noch das größte zusammen-hängende Waldgebiet Schleswig-Holsteins. Rund 70 Quadratkilometer groß und forstwirtschaftlich genutzt.

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  • Eine Frage des Stils

    Eine Frage des Stils

    Die Schwimmwelt schaut nach Singapur. Dort haben die Weltmeisterschaften begonnen. Gut 2.500 SportlerInnen kämpfen um Medaillen. Auch in den verschiedenen Schwimmarten. Aber wie haben sich diese überhaupt entwickelt und wann?

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    Singapur, 32 Grad, Luftfeuchtigkeit wie im Dampfbad. Im klimatisierten Inneren der World Aquatics Championships Arena knistert die Spannung. Hier wird bis Anfang August geschwommen.

    In die Startblöcke drückt sich auch ein Stück Kulturgeschichte. Genauer gesagt: der schnellste Schwimmstil, den der Mensch je im Wasser entwickelt hat – das Kraulen. Zumindest ist es das nach bisherigem Wissensstand.

    Unklare Anfänge

    Die Anfänge des Schwimmens als Sport sind schwer zu datieren. Der Mensch schwimmt seit Jahrtausenden. Zunächst aus überlebens-wichtiger Notwendigkeit, später aus Neugier.

    Die ältesten bildlichen Zeugnisse stammen witzigerweise aus der Sahara. Also dort, wo Wasser heutzutage Mangelware ist. In der Höhle von Wadi Sura im südwestlichen Ägypten sind auf rund 8.000 Jahre alten Felsmalereien schwimmende Menschen zu erkennen.

    Auch in Homers Odyssee wird geschwommen. Aber als Sport? Das dauert. Der erste Schwimmwettkampf, der schriftlich festgehalten wurde, fand im Jahr 36 v. Chr. in Japan statt. Erst im 19. Jahrhundert, parallel zum Siegeszug der Bäderkultur, beginnen organisierte Wettkämpfe, wie wir sie heute kennen.

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  • Welle der Berg-Geisterung

    Welle der Berg-Geisterung

    Unterwegs zu sein, bedeutet zumeist auch feine Gewässer zu besuchen. Als bekennende „Wasserratte“ ein Muss. Für mich zumindest. In den vergangenen sieben Tagen habe ich neun schwimmbare Orte entdeckt. Inklusive Bergkulisse.

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    Zunächst ein Abstecher nach Oberbayern. Zum Schliersee und zum Spitzingsee am und im Mangfallgebirge. Später nach Herrsching zum Ammersee und zum Waginger See im Chiemgau. Weiter in den Pongau und die Steiermark. Der Reihe nach.

    Der Schliersee gilt als ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner. Nur rund 50 Kilometer von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt. Das Gewässer schwappt an den gleichnamigen Markt, der schon im 19. Jahrhundert von Erholungssuchenden bevölkert wurde. Mehrfach diente der Ort als Filmkulisse.

    Der See ist rund 2,2 Quadratkilometer groß. In ihm findet sich eine kleine Insel. Sie trägt den Namen Wörth, der aus dem Althochdeutschen „Warid “ kommt und Insel bedeutet. Das Wasser des Schliersees ist recht klar mit Sichtweiten von bis zu viereinhalb Metern.

    Erfrischung nach Anreise

    Da macht das Schwimmen besonders viel Spaß. Knapp 300 Meter höher und gut zehn Kilometer weiter findet sich der Spitzingsee.

    Bis weit ins Frühjahr hinein ist er mit Eis bedeckt. Als ich jetzt dort schwamm, war das Wasser mit 19 Grad ideal zum Abkühlen nach einer langen Zugfahrt. Das lockert müde Knochen und erfrischt.

    Der Blick auf die Gipfel und Grate des Mangfall-Gebirges (Taubenstein, Rotwand oder Rauhkopf..) machen einen Schwumm auch zu einem Augenschmaus und einer Wohltat. Zu einer Welle der Berg-Geisterung.

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  • Freundin im Nebel

    Freundin im Nebel

    Zwei Wochen lang innerer Kampf. Soll ich trotz Erkältung ins Wasser? In der blauen Ecke die Vernunft, in der roten die Unvernunft. Oder heißen die Kontrahenten Einsicht und Emotion? Da kommt man schnell ins Schwimmen.

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    Letztlich ist es so: Seit ich denken kann, bin ich im Wasser. Schwimmen ist für mich viel mehr als irgendeine Bewegung – es ist Heimat, Freiheit, Seelenbalsam.

    Schwimmen gehört so selbstverständlich zu meinem Leben wie Atmen, Essen, Schlafen. An anderer Stelle habe ich Wasser als „meinen besten Freund“ bezeichnet. H2O trägt und reinigt – physikalisch und seelisch. Wasser stellt keine Fragen, es bewertet nicht, es ist einfach da. Ich halte das flüssige Element für etwas sehr lebendiges mit einem Gespür für Zustände. Wie sonst ließe sich erklären, warum ich mich im Wasser geborgen fühle.

    Richtig blöd

    Über Stunden und Kilometer kann ich schwimmen. Natürlich ist das körperlich anstrengend, weniger bis gar nicht seelisch. Im Gegenteil: Im Wasser tanke ich auf, schöpfe Kraft, habe ich Ideen, sehe trotz verschwommener Konturen vieles klarer.

    Jede unfreiwillige Schwimmpause zeigt, wie wichtig H2O für mich ist. Auch in den vergangenen zwei Wochen. Eine fette Erkältung zwingt zu einer Unterbrechung. Die erste seit ziemlich langer Zeit – und alles andere als willkommen. Richtig blöd!

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