Sinn des Lebens

  • Glückliche Ungewissheit

    Glückliche Ungewissheit

    Ostern. Zeit für Neubeginn – heißt es. Aber was bedeutet das wirklich? Auf meiner letzten Reise zeigt sich: Auferstehung passiert nicht im Großen, sondern in der Gegenwart des Gewöhnlichen. Und im Glück, immer wieder aufzustehen.

    Weiterlesen: Glückliche Ungewissheit

    Eine unruhige Nacht, wilde Träume, erschlagen am Morgen. Kennt Ihr das? Und dann schaust du ganz früh aus dem Fenster. Der Wind treibt dunkelblaue Wolken über die bewaldeten Höhen rund um Peggau. Was wird das wohl für ein Tag werden? Ein neuer und ungewisser.

    Ich bleibe noch einen Moment liegen. Zwischen Resten der Nacht und dem, was kommt. Noch umgibt mich Müdigkeit, ein leiser Widerstand. Und doch zieht etwas nach draußen. Ist es die Peggauer Wand? Das Naturschutzgebiet, in dem Wanderfalken, Fledermäuse und Uhus leben? Kletterer und Naturschützer liegen hier öfter mal im Clinch. Streit ist für mich heute früh kein Lockvogel.

    Gewiss kein Traum

    Für mich sind es heute früh die kühle Luft, die Bewegung der Wolken, dieses erste, noch ungeordnete Licht, die mich nach draußen locken. Und eine gewisse Ungewissheit, die nicht lähmt. Weil sie offen ist. Ich raffe mich auf. Schuhe, Jacke, ein erster Schritt vor die Tür. Die Luft ist kühl, klar, fast scharf. Jeder Atemzug holt mich zurück. Weg von den Träumen, hinein in den Morgen.

    Seiten: 1 2 3 4

  • Käse, Kräuter, Klarheit

    Käse, Kräuter, Klarheit

    Martina Fischer ist Sennerin. Auf einer Alm im bayrischen Mangfallgebirge verbringt sie seit Jahren ihre Sommer. Martina liebt Ziegen und Kräuter. Die Bestseller-Autorin hält Vorträge, gibt Workshops und folgt ihrer Intuition.

    Weiterlesen: Käse, Kräuter, Klarheit

    Ein paar Schritte nur – und die Welt ist eine andere. Das Handy verliert den Empfang, der Blick gewinnt an Weite. Morgens um sechs Uhr liegt der Nebel noch tief im Mangfallgebirge.

    Nur das Bimmeln der Glocken verrät: Hier oben lebt jemand. In einer Hütte auf gut 1.300 Metern begrüßt Martina den neuen Tag. Mit einem Lächeln, einer nach Schlaf klingenden Stimme und einem frischen Kaffee. Und mit einem herzlichen „Grüß Gott!“. Martina ist Sennerin – und das seit vielen Jahren. Gemeinsam mit ihrem Partner Andi bewirtschaftet sie eine 140 Hektar große Alm mit 140 Rindern, rund 20 Ziegen, fünf Pferden, vier Hühnern und zwei Hasen.

    Ein Platz mit Erdung

    Dazwischen wuseln zwei Hunde und ab und zu auch Helfer:innen, die für ein paar Tage mit anpacken und das Almleben kennenlernen wollen. Vor allem die gelebte Zeitlosigkeit. Ohne Uhr und Taktung. Martina lacht: „Aber langweilig wird’s nie.“ Bevor sie auf die Alm kam, war sie Krankenschwester, in der Altenpflege tätig und hat in einem Sportgeschäft gearbeitet. „Ich hab‘ alles Mögliche gemacht“, sagt sie. „Aber das hier oben – das ist mein Platz. Ein Ort, der mich beseelt.“

    Heute ist Martina auch ausgebildete Kräuterexpertin. Sie gibt ihr Wissen in Vorträgen weiter und teilt ihre Erfahrungen mit Menschen, die mehr suchen als eine anheimelnde Aussicht: Erdung.

    Seiten: 1 2 3 4