Spaziergang

  • Im Regenwald

    Im Regenwald

    Ein Spaziergang im Regen – mitten im Niendorfer Gehege in Hamburg, wo die Bäume trinken, atmen und erzählen. Zwischen Pfützen und Tropfen zeigt sich, wie Stadt und Wald miteinander verbunden sind. Eine Einladung, sich über Regen zu freuen.

    Weiterlesen: Im Regenwald

    Bei Sonnenschein kann’s jeder. Wenn die Pfade trocken sind, die Eichhörnchen herumflitzen und das Licht golden durch die Blätter leuchtet, dann zieht es halb Hamburg in einen der vielen Wälder der Hansestadt.

    Heute hat der Himmel beschlossen, ernst zu machen. Regen, stetig, schnörkellos, begleitet von einem Wind, der nach Norden schmeckt. Ich ziehe die Kapuze fester und trete ein ins Niendorfer Gehege. Man könnte auch sagen, hinein in das, was ich mit gutem Willen „Wetter“ nenne – und was Hydrologen nüchtern als „Niederschlag“ bezeichnen. Der Boden gluckst. Neben mir die Kollau, jener Bach, der das Niendorfer Gehege entwässert. Jeder Schritt klingt wie ein schmatzender Seufzer.

    Tropfendes Tempo

    Der Wald trinkt. Auf den glatten Buchen-rinden läuft das Regenwasser in silbrigen Rinnsalen hinab, sammelt sich in Astgabeln, tropft ab, verteilt sich auf das, was darunter wächst. Ein kompliziertes, aber perfektes System. Die Wissenschaft nennt das Interzeption: Ein Teil des Regens wird in den Baumkronen aufgefangen, verdunstet wieder oder gelangt verzögert auf den Boden. Für mich ist es ein Schauspiel aus Tropfen und Zeit. Wald hat sein eigenes Tempo.

    Seiten: 1 2 3 4

  • Zilpzalp & Zaunkönig

    Zilpzalp & Zaunkönig

    Etwas verwunschen und unscheinbar liegt Willinks Park in Hamburg-Lokstedt. Auf Passanten wirkt er wie ein verwildertes Grundstück. Doch der erste Anschein trügt. Auf dem Areal existiert ein vitales Biotop. Spurensuche in der Nachbarschaft.

    Weiterlesen: Zilpzalp & Zaunkönig

    Achtlos brausen jeden Tag hunderte Autos vorbei. Kaum jemand nimmt Notiz von der dicht bewachsenen grünen Oase an der Niendorfer Straße. Die Tangente verbindet zwei große Ein- und Ausfalltrassen in Hamburg. Zu den Stoßzeiten morgens und abends herrscht hier viel Verkehr und Lärm.

    Der Willinks Park befindet sich südlich der Kollau-Niederung. Der Rütersbarg ist nah. Von einem Berg mag man kaum sprechen. Nicht einmal von einem Hügel. Bestenfalls von einer kleiner Anhöhe mit geringer Steigung.

    Erfolgreicher Protest

    Immerhin: Auf dem rund 1,3 Hektar großen Gelände soll es angeblich Hamburgs einziges jungsteinzeitliches Großsteingrab geben. Die benachbarte Straße „Beim Opferstein“ erinnert daran. Jedenfalls steht das Areal unter Denkmal- und Grabungsschutz.

    Um das Jahr 2011 herum gibt es dennoch Pläne, auf dem Grundstück Häuser zu bauen. Naturschützer und Anwohner protestieren. Offenbar mit Erfolg. Der Willinks Park lebt. Mit rund 170 alten Bäumen, mannshohen Büschen und Gestrüpp. Durchsetzt von Plastikmüll, leeren Getränkedosen und zersprungenen Flaschen. Aber auch mit einer facettenreichen Tierwelt. Insekten, Fledermäuse, Eichhörnchen und mindestens 17 verschiedene Vogelarten leben hier.

    Seiten: 1 2 3

  • Von Modder & Glück

    Von Modder & Glück

    Kürzlich weilte ich in Hildesheim. In der nieder-sächsischen Stadt bin ich aufge-wachsen. Sie ist der Ort meiner Jugend. Dort bin ich in die Schule gegangen, habe Blödsinn angestellt und das Schwimmen gelernt. Seit 1986 lebe ich nicht mehr dort, bin aber immer mal wieder zu Besuch. Jedes Mal spüre ich, wieviel sich in 40 Jahren verändert hat. Zum Glück.

    Seiten: 1 2 3 4