Sport

  • Eine spritzige Lektion

    Eine spritzige Lektion

    Es gibt Situationen, die überraschen mich. Nicht, weil sie kompliziert oder so komplex wären. Sondern gerade weil sie so schlicht daherkommen. Neulich im Schwimmbad… aber der Reihe nach.

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    An jenem Vormittag bin ich zunächst im Fitnessstudio. Ein bisschen Körperpflege betreiben: Spinning, etwas Eisen biegen, schwitzen. Danach – wie so oft – noch ein bisschen Ausschwimmen. Nur ein paar hundert Meter aktiver Erholung. Sie hat sich bewährt. Während ich noch auf dem Rad sitze, denke ich schon ans Wasser.

    Das Außenbecken ist allerdings gut gefüllt. Also weiche ich ausnahms-weise ins Hallenbad aus. Bahn eins ist mit einer Leine abgetrennt. Dort findet ein Aquagymnastik-Kurs statt.

    Das mit dem Denkfehler

    Vier Seniorinnen und Senioren stehen im Wasser, die junge Kursleiterin am Beckenrand. Arme gehen hoch, Wasser schwappt, kleine Fontänen spritzen.

    Das H₂O ist in Bewegung. Die Teilnehmenden wischen sich immer wieder Tropfen aus dem Gesicht – und lachen. Ich ziehe meine Bahnen auf der anderen Seite der Leine. Locker und entspannt. Ein bisschen Kraul, ein bisschen Rücken. Zugegeben auch mit ein paar Spritzern. Aber alles friedlich. Genau so, wie Ausschwimmen sein soll. Doch falsch gedacht.

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  • Die Spaß-Spiele

    Die Spaß-Spiele

    Die Olympische Sportwelt blickt wieder nach Italien. Die 25. Winterspiele beginnen am 6. Februar in Cortina d‘ Ampezzo und in Mailand. 1,7 Milliarden Euro sind die Spiele teuer. Die Folgekosten für Umwelt und Natur nicht eingerechnet. Es ginge auch anders. Mit vielleicht mehr Spaß, sogar in Hamburg.

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    In Sachen Nachhaltigkeit sind die Olympischen Winterspiele in Cortina d‘ Ampezzo und Mailand eher kein Vorzeigeprojekt. Allein die neue Bobbahn in Cortina verursachte Kosten von 118 Millionen Euro. Große Naturflächen sind mehr oder weniger zerstört. Ein schlüssiges Konzept für die Zeit nach den Spielen? Eher dürftig. Das kritisiert sogar das Internationale Olympische Komitee (IOC). Wie auch die großen Entfernungen zwischen den Wettkampfstätten.

    Bis zu fünf Stunden Fahrzeit liegen die sportlichen Austragungsorte in den italienischen Alpen auseinander. Ein zentrales Olympisches Dorf? Fehlanzeige.

    SPIELE vor der HAUSTÜR

    Entspricht das der Idee von Spielen, die die Jugend der Welt zusammenführen? Vieles ist fragwürdig. Dabei bin ich ein Sportfan, bewege mich gerne und viel. Auch im Winter. Sind Winterspiele nicht anders machbar? Kleiner und feiner. Weitgehend klimaschonend, kostengünstiger, ohne großes Brimborium. Quasi vor der Haustür. #Winterspielehamburg oder anderswo. Ohne, dass der Spaß zu kurz kommen muss. Mit einem Lächeln, einer humoristischen Note.

    Sport ist und bleibt – zumindest für mich – eben die schönste Nebensache der Welt. Darum folgen in den kommenden 14 Tagen diverse Vorschläge, wie Olympische Winterspiele künftig vielleicht aussehen könnten. Inklusive neuer Sportarten, die bislang nicht im Programm auftauchen. Mit Minimalaufwand, zum Nachmachen und wer mag: auch zum Schmunzeln.

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  • ABC – Was läuft im Schnee

    ABC – Was läuft im Schnee

    Moin aus dem Winterwunderland. Einladung zum Laufen, zu Übungen im Eis, manchmal im kalten Wasser. Der Winter bremst, erzieht und schärft – und zeigt, warum weniger Tempo oft mehr bringt.

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    Während viele gerade Socken, Kaffeetassen und Decken umarmen, schnappe ich mir die Lauf-schuhe und gehe hinaus – nicht auf die Loipe, nicht auf die Piste, sondern einfach raus in den Schnee. Joggen im Schnee-treiben, Übungen bei Eis und Schnee, manchmal auch ein Sprung ins eiskalte Wasser. Man könnte sagen: freiwillige Unbequemlichkeit. Raus aus der Komfortzone, rein in die Winterdisziplin mit Spaßfaktor.

    Was ist Schnee?

    Fangen wir vorne an. Schnee entsteht, wenn Wasserdampf in der Atmosphäre gefriert und sich zu winzigen Eiskristallen verbindet. Diese wachsen zu Schneeflocken heran und fallen – wenn Temperatur, Feuchtigkeit und Aufwinde zusammenpassen – zu Boden. Es braucht Kälte, Feuchtigkeit und ein bisschen meteorologisches Glück. Genau das hat das Tiefdruckgebiet Elli geliefert.

    Es hat feuchte Luft vom Atlantik angesaugt und auf kalte Luftmassen geschoben. In Norddeutschland, ohne schützende Gebirge, konnte sich der Schnee ungehindert ausbreiten.

    Und dann stehe ich draußen. Joggen im Schnee fühlt sich anders an als jeder Waldlauf ohne die weiße Pracht. Anders als jeder Jog auf Asphalt. Schnee erzieht. Tempo, Schrittfrequenz und Körperspannung werden automatisch angepasst. Aus dem vielleicht etwas ehrgeizigen Herbsttempo wird ein kontrollierter Winterrhythmus.

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  • Das Leben im Griff

    Das Leben im Griff

    Jasmin Plank lebt in Hall in Tirol. Sie ist 37 Jahre alt und Kletterin. Eine der besten ihres Fachs, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. Die sportliche Hundemama räumt beim Para-Klettern mächtig ab und auf. Mit Klischees über Behinderung und Bergsport.

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    Kletterhalle Innsbruck, ein Vormittag im Frühjahr. An den hohen Wänden arbeiten sich Körper in allen Größen, Farben und Tempi nach oben.

    Über Griffe, Kanten, kleine Tritte. Dazwischen: Jasmin Plank. Sie sitzt im Rollstuhl. Lächelnd, fokussiert, warmherzig. Und dann ist da noch Chiara – die Assistenzhündin. Unaufgeregt liegt sie da. Doch sobald Jasmin sich der Wand nähert, wird auch die Hündin wachsam. Sie weiß, wann sie gebraucht wird – manchmal noch bevor Jasmin es selbst weiß. Jasmin Plank, fast 38 Jahre alt, kommt aus Hall in Tirol. Sie ist Para-Kletterin. Europameisterin. Vize-Weltmeisterin.

    Sechsfache Weltcupsiegerin. Und doch: Für sie ist das alles eher eine unglaubliche Nebenwirkung – auf einem Weg, der keiner war, sondern irgendwann begonnen hat. Nicht wirklich freiwillig, eher erzwungenermaßen.

    Leben und Leiden

    Eines Morgens, Jasmin ist Mitte 20, zieht sie los zur Arbeit – und sieht plötzlich Schilder nicht mehr richtig. Die erste Diagnose: Sehnerv-Entzündung. Später: spastische Lähmung. (Hereditäre spastische Spinalparese, eine unvollständige Lähmung aller vier Extremitäten).

    Ohne klar erkennbare Ursache. Die Beine werden schwächer. Es folgen Schübe, Rückschritte, Verunsicherung. Ihre Arbeit als Leiterin einer Kinderkrippe kann sie nicht mehr ausüben. Ein schwerer Schlag für die junge Frau, die ihren Traumberuf gefunden hatte. Jasmins altes Leben zerfällt, ohne dass sich ein neues abzeichnet.

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