Tiere

  • #3 Tierische Nähe

    #3 Tierische Nähe

    Diesmal geht es um eine erfolglose Suche, die dennoch reichlich belohnt wird. Im Dschungel von Kerala bin ich auf der Pirsch. Wildlebende Tiger beobachten. Doch erstens kommt es oft anders, und zweitens als ich dachte.

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    Es ist schon einige Jahre her. Kurz vor Weihnachten in Südindien. Ich möchte mir einen Lebenstraum erfüllen: einmal einen Tiger in freier Wildbahn sehen. Also bin ich im Periyar-Nationalpark im indischen Bundesstaat Kerala unterwegs. Rund 50 Exemplare der gestreiften Großkatzen sollen dort umherstreifen. Die Chance, einen Tiger zu erspähen, existiert. Allein: Sie ist nicht groß.

    Dem Tiger auf der Spur

    Der Nationalpark umfasst knapp 800 Quadratkilometer. Recht weitläufig das Areal. In kurzer Zeit scheint eine gewissenhafte Safari kaum möglich zu sein. Nur noch vier Tage bis Weihnachten. Meine ganz persönliche Bescherung soll also der Anblick von Panthera tigris sein. So der Plan.

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  • #2 Tierische Nähe

    #2 Tierische Nähe

    Groß wie ein kleiner Bär, etwas tapsig und unfassbar entschleunigend. Die Rede ist von einer Bernhardiner-Hündin. Getroffen habe ich sie in der Schweiz. Bis heute denke ich immer wieder an Reica. Eine Geschichte über Ruhe, Kraft und Gelassenheit.

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    Manche Menschen eilen durchs Leben, andere schlendern. Manche Berge zwingen zu langsamen Schritten. Und manche Hunde scheinen jede überflüssige Bewegung konsequent zu vermeiden. So wie Reica. Wir begegnen uns vor elf Jahren in Martigny, der Gemeinde am Fuße des Großen St. Bernhard-Passes. Hier hat die Stiftung Barry ihren Sitz.

    Groß und artig

    Benannt nach jenem legendären Bernhardiner, der Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreichen Menschen das Leben gerettet haben soll. Reica kommt gemächlich auf mich zu. Kein Springen, kein Bellen, keine überschwängliche Begrüßung. Warum auch? Wer so groß ist wie sie, muss niemandem etwas beweisen.

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  • #1 – Tierische Nähe

    #1 – Tierische Nähe

    Tiere begleiten mich auf Reisen seit vielen Jahren. Mal suche ich sie gezielt, mal tauchen sie völlig unerwartet auf. Einige Begegnungen dauern nur wenige Sekunden, andere bleiben ein Leben lang im Gedächtnis. Warum nur?

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    Seit vielen Jahren bin ich unterwegs. Zu Fuß durch die Alpen, auf Inseln im Atlantik oder im Mittelmeer, in den Anden Ecuadors, im indischen Dschungel, der Sahara oder im tiefsten Winter Lapplands.

    Oft erinnere ich mich an Landschaften, Gipfel oder besondere Orte. Fast noch häufiger aber bleiben mir Begegnungen mit Tieren im Gedächtnis. Manche habe ich gesucht. Andere fanden mich. Ein Bernhardiner in der Schweiz. Vicuñas im Hochland Ecuadors. Huskies in Nordschweden. Schafe auf Almen. Elefanten in Indien. Und immer wieder Tiere, mit denen ich nie gerechnet hätte. Mit den Jahren ist daraus eine kleine Sammlung von Erinnerungen entstanden. Nicht in einem Notizbuch, sondern in meinem Kopf – und manchmal auch auf einer Speicherkarte.

    Neue Reihe

    Mit „Tierische Nähe“ erzähle ich über diese Begegnungen. In losen Abständen. Nicht als Tierporträts und nicht als Naturkunde. Sondern als Geschichten über Augenblicke, die geblieben sind. Oft verraten solche Begegnungen nicht nur etwas über Tiere.

    Sie erzählen auch etwas über Neugier, Aufmerksamkeit, Geduld, Vertrauen oder Staunen. Kurz: über das Leben. Die erste Geschichte führt allerdings weder in die Berge noch ans andere Ende der Welt. Sie beginnt direkt vor meiner Haustür. An einem Strauch.

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  • Metropole & Moor

    Metropole & Moor

    Mitten in der Millionenstadt Hamburg findet sich ein ganz besonderes Naturschutzgebiet. Das Eppendorfer Moor! Es liegt zwischen Alsterlauf und Airport. Ein kleiner Streifzug durch urbane Artenvielfalt.

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    Der Morgendunst hängt noch schwer über der Wasser-oberfläche. Im Schilf raschelt es, irgendwo ruft ein Zilpzalp. Der Geruch von Schlamm mischt sich mit dem süß-herben Aroma blühender Glockenheide.

    Ich bin im Eppendorfer Moor. Wenige Meter neben mir, fast verborgen im Birken-Erlenbruch, glänzt ein brauner Moorfrosch im ersten Sonnenlicht. Hier, zwischen Flughafen und Großstadtverkehr, beginnt eine andere Welt – still, verletzlich und doch voller Leben.

    Im Frühjahr ist das Eppendorfer Moor so herrlich wild

    Ich kenne das Moor zu jeder Jahres-zeit. Im beginnenden Frühling habe ich am Teich schon einmal einen Eisvogel zu Gesicht bekommen. Im Sommer schwirren Libellen in der warmen Luft, im Herbst färben sich die Birkenblätter golden.

    Moor und Moose

    Im Winter bedecken Eiskristalle Pflanzen und schmale Wege. Märchenhaft. Manchmal lässt sich auch ein Mäusebussard hören.

    Mehr als 320 Pflanzenarten wachsen hier – vom Schilfröhricht über Glockenheide bis zum seltenen Sumpf-Blutauge. Auch der Gagelstrauch hat hier noch einen Platz, ebenso wie Moose. Manche von ihnen haben sich in Hamburg rar gemacht.

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