Tirol

  • Zwischen Berg & Watt

    Zwischen Berg & Watt

    Mehr als ein halbes Jahrhundert war Eberhard Fimml Bergführer. Wie viele Gäste er durch das Ötztal begleitet hat? Er hat sie nicht gezählt. Was er aber weiß: Den Niederländern hat der über 80-Jährige einiges zu verdanken. Und sie ihm. Und ich die 50. Folge des eventoplena.de-Podcasts .

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    Eberhard Fimml geht langsam. Er atmet schwer, macht Pausen. „Man hat immer etwas weniger Luft“, sagt er, „und mit weniger Sauerstoff wird man immer weniger leistungsfähig.“ Allzu weit tragen ihn seine Beine nicht mehr. Das war lange anders.

    Direkt neben seinem Haus rauscht die Venter Ache vorbei, wild und ungebändigt. Ihr Wasser stammt aus Firn und Gletschern, aus einer Landschaft, die Fimmls Leben geprägt hat. Vent liegt hoch oben im Ötztal, am Ende der Straße. Auf knapp 2.000 Metern, mitten im Hochgebirge.

    Gipfel, Grate, grüne Wiesen

    Rund um das Dorf ragen die höchsten Berge Nordtirols in den Himmel. Wildspitze, Weißkugel, Brochkogel oder Similaun. Gipfel, Grate, Gletscher und grüne Wiesen. Vent ist still und zugleich ein Ort der Bewegung. Bergsteiger kommen, Seilschaften brechen früh auf, Führer gehen voran. Mehr als fünf Jahrzehnte gehört Eberhard Fimml zu denen, die hier noch oft vor dem Morgengrauen unterwegs sind.

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  • Liebe auf den ersten Blick

    Liebe auf den ersten Blick

    Hoch oben, wo der Bartgeier seine Kreise zieht und die Gletscher zum Greifen nah erscheinen, führt Lenka Mazurkova das Ramolhaus. Mit viel Herz, pädagogischem Geschick und einer großen Portion Leidenschaft für die Berge.

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    Der Wind pfeift um die Felsnase unterhalb des Ramolkogels, 3.006 Meter über dem Meer. Schräg gegenüber glitzert der Gurglerferner. Hier oben ist das Reich von Lenka Mazurkova.

    Seit vier Sommern ist die gebürtige Tschechin Hüttenwirtin auf dem Ramolhaus – Hamburgs höchstgelegenem Gebäude. Es gehört der Alpenvereinssektion Hamburg-Niederelbe. „Als ich das erste Mal hierher kam, war es Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Lenka Mazurkova.

    2021 hilft sie zunächst nur einen Monat aus, dann will es der Zufall – oder besser „das Schicksal so.“ Am Valentinstag 2022 kommt die Anfrage, ob sie die Hütte übernehmen wolle. „Ich habe sofort Ja gesagt.“ Lenka stammt aus dem Flachland Tschechiens. Die Berge lernt sie aber schon als Kind in der Hohen Tatra kennen.

    Von der Tatra in die Alpen

    Noch während des Studiums arbeitet die junge Frau auf den Hütten im slowakischen Teil der Tatra. Anfangs auch als Lastenträgerin. Das hat im kleinsten Hochgebirge der Welt Tradition. Dutzende Männer und Frauen schleppen hier auf Kraxen all das auf die Schutzhäuser, was nötig ist: Bierfässer, Konservendosen, Baumaterial und Lebensmittel. „Die ganz schweren Lasten habe ich nicht getragen“, erzählt Lenka Mazurkova.

    „Ich habe schnell gemerkt, dass das für Frauen eine eher ungeeignete Aufgabe ist.“ Das hat die Tschechin aber nicht davon abgehalten, unbeirrt ihren Weg zu gehen.

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  • Das Leben im Griff

    Das Leben im Griff

    Jasmin Plank lebt in Hall in Tirol. Sie ist 37 Jahre alt und Kletterin. Eine der besten ihres Fachs, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. Die sportliche Hundemama räumt beim Para-Klettern mächtig ab und auf. Mit Klischees über Behinderung und Bergsport.

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    Kletterhalle Innsbruck, ein Vormittag im Frühjahr. An den hohen Wänden arbeiten sich Körper in allen Größen, Farben und Tempi nach oben.

    Über Griffe, Kanten, kleine Tritte. Dazwischen: Jasmin Plank. Sie sitzt im Rollstuhl. Lächelnd, fokussiert, warmherzig. Und dann ist da noch Chiara – die Assistenzhündin. Unaufgeregt liegt sie da. Doch sobald Jasmin sich der Wand nähert, wird auch die Hündin wachsam. Sie weiß, wann sie gebraucht wird – manchmal noch bevor Jasmin es selbst weiß. Jasmin Plank, fast 38 Jahre alt, kommt aus Hall in Tirol. Sie ist Para-Kletterin. Europameisterin. Vize-Weltmeisterin.

    Sechsfache Weltcupsiegerin. Und doch: Für sie ist das alles eher eine unglaubliche Nebenwirkung – auf einem Weg, der keiner war, sondern irgendwann begonnen hat. Nicht wirklich freiwillig, eher erzwungenermaßen.

    Leben und Leiden

    Eines Morgens, Jasmin ist Mitte 20, zieht sie los zur Arbeit – und sieht plötzlich Schilder nicht mehr richtig. Die erste Diagnose: Sehnerv-Entzündung. Später: spastische Lähmung. (Hereditäre spastische Spinalparese, eine unvollständige Lähmung aller vier Extremitäten).

    Ohne klar erkennbare Ursache. Die Beine werden schwächer. Es folgen Schübe, Rückschritte, Verunsicherung. Ihre Arbeit als Leiterin einer Kinderkrippe kann sie nicht mehr ausüben. Ein schwerer Schlag für die junge Frau, die ihren Traumberuf gefunden hatte. Jasmins altes Leben zerfällt, ohne dass sich ein neues abzeichnet.

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  • Kaiser, Kogel, Klettereien

    Kaiser, Kogel, Klettereien

    Innsbruck ist nah. Das Sellraintal nutzt diese Nähe zur Stadt geschickt, ohne seine Identität zu verlieren. Der Alpinist und Fotograf Heinz Zak weiß das sehr zu schätzen. Immer wieder kehrt er in das Bergsteigerdorf zurück. Auch als Radio-Reporter…

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    Mit dem Bus braucht man vom „Goldenen Dachl“ nicht einmal eine Stunde bis nach Gries, Sellrain und St. Sigmund. In kaum einem anderen Bergsteigerdorf in Österreich liegen weitgehend unberührte Berge und das quirlige Leben einer Stadt so dicht beieinander. Für St. Sigmunds Bürgermeister Anton Schiffmann kein Fluch, sondern ein Segen: „Wir brauchen den Tourismus. Ohne ihn gäbe es hier vieles sicher nicht.“

    Natürliche Schatzkammer

    Seine Bürgermeister-Kollegen in Gries (Hans Motz) und Sellrain (Benedikt Singer) stimmen nickend zu, als Heinz Zak nachfragt. Der bekannte Alpinist und Fotograf kennt das Sellraintal sehr gut. „Das ganze Tal ist eine natürliche Schatzkammer, die schon Kaiser und andere prominente Gäste zu schätzen wussten.“ Heinz Zak ist ein weitgereister Mann. Doch er liebt seine Tiroler Heimat. Immer wieder kehrt er ins Sellraintal zurück. Dort findet er alles, was sein alpinistisches Herz begehrt.

    Hohe Berge, stille Täler, atemberaubende Aussichten und wundervolle Skitouren. „Für mich ist das Sellrain ein wahrer Fundus für meine Motive“, sagt Kletterpionier Zak. Und für unzählige Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse.

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