Wandern

  • Heimlich dominant

    Heimlich dominant

    Der Wilseder Berg spielt in der ersten Liga. Nicht, wenn es um absolute Höhe geht. Eher, weil er mit 169 Metern etwas versteckt, bei dem viele andere Berge in Deutschland nicht mithalten. Zugspitze oder Watzmann können einpacken. Wie, was, warum?

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    Es gibt Berge, für die braucht es Steigeisen, Seil und einen Bergführer. Und es gibt den Wilseder Berg. Für den habe ich Frank Wippermann als Partner gewonnen. Nicht, weil ich einen Bergführer brauche. Sondern weil Frank einen geschrieben hat. Einen Bergführer für Hamburgs Berge. Mehr Expertise geht nicht. Gemeinsam stapfen wir von Undeloh los. Gut 1.000 Menschen leben in dem Heidedorf.

    Mit dem nötigen Ernst

    Der Name stammt wohl aus dem Langobardischen und soll „Quellhain“ bedeuten. Eine gute Stunde Fußweg liegt vor uns. „Ich glaube, wir senken in Undeloh das Durchschnittsalter deutlich“, bemerke ich beiläufig. Frank lacht: „Hauptsachs trockenes Wetter, ordentlich Wind, und reichlich Wolken.“ Beste Voraussetzungen für zwei Bergfexe, die einen Gipfelsturm planen. Auf sage und schreibe 169,2 Meter. Eine ernste Sache. Naja, fast.

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  • Hütte mit hoher Wand

    Hütte mit hoher Wand

    Was bringt eine Hebamme, eine ehemalige Personalerin, argentinische Köche und einen Wegewart zusammen? Die Antwort liegt auf 1.638 Metern. Auf der Austria-Hütte treffen ungewöhnliche Lebenswege auf mehr als 140 Jahre alpine Geschichte.

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    Manchmal braucht eine Berghütte nicht nur dicke Wände, sondern auch hohe. Zum Beispiel eine rund 1.000 Meter hohe im Hintergrund. Bei der Austria-Hütte ist das die legendäre Dachstein-Südwand.

    1.000 Meter steilstes Kalkgestein. Fast senkrecht. Doch bevor ich sie direkt vor der Nase habe, stapfe ich erstmal durch den Wald, oberhalb von Ramsau. In steilen Serpentinen hinauf zum Brandriedel, dem vorerst höchsten Punkt des Aufstiegs. Dann öffnet sich die Landschaft: Almwiesen, Haflinger, Kühe – und schließlich die Hütte. Dahinter türmt sich weiß-grauer Fels in den Himmel. Gewaltig, schroff und so nah, dass mein Blick wie ferngesteuert nach oben wandert.

    Das Besondere im Keller

    Die Austria-Hütte liegt auf 1.638 Metern. 1880 öffnet sie in diesem Almgebiet der Südseite des Dachsteins zum ersten Mal. Der älteste Teil des Hauses existiert noch immer – im Keller. Eine Besonderheit.

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  • Berge laufen nicht weg

    Berge laufen nicht weg

    Es gibt Berge, die warten geduldig auf Besuch. Die Kreuzspitze im Villgratental war für mich genau so ein Gipfel. Lange bin ich an ihr vorbeigewandert, ehe ich mich doch auf den Weg mache. Nicht alles im Leben muss sofort erledigt werden.

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    Keine Ahnung, wie oft ich schon im Villgratental war. Dreißigmal? Fünfunddreißigmal? Viele Berge habe ich in diesem etwas abgelegenen Tal in Osttirol bereits besucht und bestiegen. Das Besondere daran: Keiner der Gipfel überschreitet die so oft zitierte magische Grenze von 3.000 Metern. Kein Makel, eher ein Markenzeichen. Denn lohnenswert ist es allemal, den einen oder anderen Fast-Dreitausender zu erklimmen.

    Ohne Dreitausender

    Die Weißspitze etwa. Mit 2.962 Metern der höchste Berg des Tals. Ein Grenzgipfel, denn das benachbarte Defereggental liegt direkt nebenan. Das gilt auch für die Rote Spitze. Beide habe ich vor einigen Jahren kennengelernt. Ebenso das Rote Kinkele, das Marchkinkele, den Gabesitten, das Degenhorn und die Hochgrabe. Nur einen Berg, sozusagen den Hausberg von Innervillgraten, habe ich bislang ausgelassen: die Kreuzspitze. Warum nur?

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  • #1 – Tierische Nähe

    #1 – Tierische Nähe

    Tiere begleiten mich auf Reisen seit vielen Jahren. Mal suche ich sie gezielt, mal tauchen sie völlig unerwartet auf. Einige Begegnungen dauern nur wenige Sekunden, andere bleiben ein Leben lang im Gedächtnis. Warum nur?

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    Seit vielen Jahren bin ich unterwegs. Zu Fuß durch die Alpen, auf Inseln im Atlantik oder im Mittelmeer, in den Anden Ecuadors, im indischen Dschungel, der Sahara oder im tiefsten Winter Lapplands.

    Oft erinnere ich mich an Landschaften, Gipfel oder besondere Orte. Fast noch häufiger aber bleiben mir Begegnungen mit Tieren im Gedächtnis. Manche habe ich gesucht. Andere fanden mich. Ein Bernhardiner in der Schweiz. Vicuñas im Hochland Ecuadors. Huskies in Nordschweden. Schafe auf Almen. Elefanten in Indien. Und immer wieder Tiere, mit denen ich nie gerechnet hätte. Mit den Jahren ist daraus eine kleine Sammlung von Erinnerungen entstanden. Nicht in einem Notizbuch, sondern in meinem Kopf – und manchmal auch auf einer Speicherkarte.

    Neue Reihe

    Mit „Tierische Nähe“ erzähle ich über diese Begegnungen. In losen Abständen. Nicht als Tierporträts und nicht als Naturkunde. Sondern als Geschichten über Augenblicke, die geblieben sind. Oft verraten solche Begegnungen nicht nur etwas über Tiere.

    Sie erzählen auch etwas über Neugier, Aufmerksamkeit, Geduld, Vertrauen oder Staunen. Kurz: über das Leben. Die erste Geschichte führt allerdings weder in die Berge noch ans andere Ende der Welt. Sie beginnt direkt vor meiner Haustür. An einem Strauch.

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