Wasser

  • Eine spritzige Lektion

    Eine spritzige Lektion

    Es gibt Situationen, die überraschen mich. Nicht, weil sie kompliziert oder so komplex wären. Sondern gerade weil sie so schlicht daherkommen. Neulich im Schwimmbad… aber der Reihe nach.

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    An jenem Vormittag bin ich zunächst im Fitnessstudio. Ein bisschen Körperpflege betreiben: Spinning, etwas Eisen biegen, schwitzen. Danach – wie so oft – noch ein bisschen Ausschwimmen. Nur ein paar hundert Meter aktiver Erholung. Sie hat sich bewährt. Während ich noch auf dem Rad sitze, denke ich schon ans Wasser.

    Das Außenbecken ist allerdings gut gefüllt. Also weiche ich ausnahms-weise ins Hallenbad aus. Bahn eins ist mit einer Leine abgetrennt. Dort findet ein Aquagymnastik-Kurs statt.

    Das mit dem Denkfehler

    Vier Seniorinnen und Senioren stehen im Wasser, die junge Kursleiterin am Beckenrand. Arme gehen hoch, Wasser schwappt, kleine Fontänen spritzen.

    Das H₂O ist in Bewegung. Die Teilnehmenden wischen sich immer wieder Tropfen aus dem Gesicht – und lachen. Ich ziehe meine Bahnen auf der anderen Seite der Leine. Locker und entspannt. Ein bisschen Kraul, ein bisschen Rücken. Zugegeben auch mit ein paar Spritzern. Aber alles friedlich. Genau so, wie Ausschwimmen sein soll. Doch falsch gedacht.

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  • Auferstanden als Ruinen

    Auferstanden als Ruinen

    Der erste Schein trügt. Wir befinden uns nicht im antiken Griechenland, sondern in Potsdam. Oberhalb von Schloss Sanssouci erhebt sich der sogenannte Ruinenberg. Das dort oben liegende Wasserbecken sollte einst die Fontänen des Parks speisen.

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    Der Schnee hat den Weg zum Ruinenberg in Potsdam angezuckert. Kein Prachtweiß, eher ein graukörniger Schleier, der die üblichen Konturen entschärft. Von Brandenburgs Hauptstadt ist hier nicht viel zu hören.

    Unter und hinter mir, nur in wenigen Minuten Entfernung, liegen der Schlossgarten Sanssouci und Potsdam. Doch hier oben, auf gut 74m Seehöhe ist es, als sei ich in einer Zone, in die sich der Alltag kaum freiwillig verirrt. Der Berg gehört zur Stadt, der Weg zur Anhöhe ist sicher keine Trekkingtour. Aber der Pfad erinnert an preußische Glanzzeiten. Ausgerechnet mit Ruinen, die gar keine sind. Denn das Ensemble aus Säulen, Rundtempeln, Türmen und Mauern ist von langer Hand geplant.

    Anfang und Aufwand

    Preußen-König Friedrich der Große lässt hier 1748 ein riesiges Wasserbecken errichten. Damit sollen die Fontänen im Park Sanssouci gespeist werden. Rund um den Speicherteich stehen Bauten, die der Antike huldigen und gleichzeitig technische Innovation verkörpern. Doch sie erweisen sich als störrisch:

    Windmühlen und ein komplexes Leitungssystem kommen kaum über das Experiment hinaus. Die Arbeiten ziehen sich über Jahre – und verschlingen ein Vermögen. Auf heutige Kaufkraft umgerechnet kosten die Arbeiten rund 34 Millionen Euro. Damals 170.000 Taler. Das Projekt scheitert.

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  • Im Regenwald

    Im Regenwald

    Ein Spaziergang im Regen – mitten im Niendorfer Gehege in Hamburg, wo die Bäume trinken, atmen und erzählen. Zwischen Pfützen und Tropfen zeigt sich, wie Stadt und Wald miteinander verbunden sind. Eine Einladung, sich über Regen zu freuen.

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    Bei Sonnenschein kann’s jeder. Wenn die Pfade trocken sind, die Eichhörnchen herumflitzen und das Licht golden durch die Blätter leuchtet, dann zieht es halb Hamburg in einen der vielen Wälder der Hansestadt.

    Heute hat der Himmel beschlossen, ernst zu machen. Regen, stetig, schnörkellos, begleitet von einem Wind, der nach Norden schmeckt. Ich ziehe die Kapuze fester und trete ein ins Niendorfer Gehege. Man könnte auch sagen, hinein in das, was ich mit gutem Willen „Wetter“ nenne – und was Hydrologen nüchtern als „Niederschlag“ bezeichnen. Der Boden gluckst. Neben mir die Kollau, jener Bach, der das Niendorfer Gehege entwässert. Jeder Schritt klingt wie ein schmatzender Seufzer.

    Tropfendes Tempo

    Der Wald trinkt. Auf den glatten Buchen-rinden läuft das Regenwasser in silbrigen Rinnsalen hinab, sammelt sich in Astgabeln, tropft ab, verteilt sich auf das, was darunter wächst. Ein kompliziertes, aber perfektes System. Die Wissenschaft nennt das Interzeption: Ein Teil des Regens wird in den Baumkronen aufgefangen, verdunstet wieder oder gelangt verzögert auf den Boden. Für mich ist es ein Schauspiel aus Tropfen und Zeit. Wald hat sein eigenes Tempo.

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  • Eine Frage des Stils

    Eine Frage des Stils

    Die Schwimmwelt schaut nach Singapur. Dort haben die Weltmeisterschaften begonnen. Gut 2.500 SportlerInnen kämpfen um Medaillen. Auch in den verschiedenen Schwimmarten. Aber wie haben sich diese überhaupt entwickelt und wann?

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    Singapur, 32 Grad, Luftfeuchtigkeit wie im Dampfbad. Im klimatisierten Inneren der World Aquatics Championships Arena knistert die Spannung. Hier wird bis Anfang August geschwommen.

    In die Startblöcke drückt sich auch ein Stück Kulturgeschichte. Genauer gesagt: der schnellste Schwimmstil, den der Mensch je im Wasser entwickelt hat – das Kraulen. Zumindest ist es das nach bisherigem Wissensstand.

    Unklare Anfänge

    Die Anfänge des Schwimmens als Sport sind schwer zu datieren. Der Mensch schwimmt seit Jahrtausenden. Zunächst aus überlebens-wichtiger Notwendigkeit, später aus Neugier.

    Die ältesten bildlichen Zeugnisse stammen witzigerweise aus der Sahara. Also dort, wo Wasser heutzutage Mangelware ist. In der Höhle von Wadi Sura im südwestlichen Ägypten sind auf rund 8.000 Jahre alten Felsmalereien schwimmende Menschen zu erkennen.

    Auch in Homers Odyssee wird geschwommen. Aber als Sport? Das dauert. Der erste Schwimmwettkampf, der schriftlich festgehalten wurde, fand im Jahr 36 v. Chr. in Japan statt. Erst im 19. Jahrhundert, parallel zum Siegeszug der Bäderkultur, beginnen organisierte Wettkämpfe, wie wir sie heute kennen.

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