Wasser

  • Im Regenwald

    Im Regenwald

    Ein Spaziergang im Regen – mitten im Niendorfer Gehege in Hamburg, wo die Bäume trinken, atmen und erzählen. Zwischen Pfützen und Tropfen zeigt sich, wie Stadt und Wald miteinander verbunden sind. Eine Einladung, sich über Regen zu freuen.

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    Bei Sonnenschein kann’s jeder. Wenn die Pfade trocken sind, die Eichhörnchen herumflitzen und das Licht golden durch die Blätter leuchtet, dann zieht es halb Hamburg in einen der vielen Wälder der Hansestadt.

    Heute hat der Himmel beschlossen, ernst zu machen. Regen, stetig, schnörkellos, begleitet von einem Wind, der nach Norden schmeckt. Ich ziehe die Kapuze fester und trete ein ins Niendorfer Gehege. Man könnte auch sagen, hinein in das, was ich mit gutem Willen „Wetter“ nenne – und was Hydrologen nüchtern als „Niederschlag“ bezeichnen. Der Boden gluckst. Neben mir die Kollau, jener Bach, der das Niendorfer Gehege entwässert. Jeder Schritt klingt wie ein schmatzender Seufzer.

    Tropfendes Tempo

    Der Wald trinkt. Auf den glatten Buchen-rinden läuft das Regenwasser in silbrigen Rinnsalen hinab, sammelt sich in Astgabeln, tropft ab, verteilt sich auf das, was darunter wächst. Ein kompliziertes, aber perfektes System. Die Wissenschaft nennt das Interzeption: Ein Teil des Regens wird in den Baumkronen aufgefangen, verdunstet wieder oder gelangt verzögert auf den Boden. Für mich ist es ein Schauspiel aus Tropfen und Zeit. Wald hat sein eigenes Tempo.

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  • Zurück nach vorne

    Zurück nach vorne

    Sanduhren sind magisch. Sie zeigen sehr plastisch an, wie rasch das vergeht, was wir als Zeit bezeichnen. Also jene physikalische Größe, die die Abfolge von Ereignissen beschreibt. Wie die von Ende Juli 2015.

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    Als ich vor zehn Jahren oberhalb von Monaco stehe, habe ich Tränen in den Augen. Die Stimme ist brüchig, die Klamotten sind verschlissen, im Kopf rumpelt eine große Achterbahn.

    Die vergangenen drei Monate waren ein Auf und Ab im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die An- und Abstiege nicht gezählt. Es waren viele, sehr viele. Beschwerlich und anstrengend zwar, aber ein Abenteuer. Keinen Tag, keine Stunde, keine Sekunde möchte ich missen. Drei Monate voller Erlebnisse und Begegnungen. Stille Momente, Zeit zum Sortieren, ein Vierteljahr als Glück empfundene Freiheit.

    Erlebnisse für ein ganzes Buch

    In diesen rund 7,8 Millionen Sekunden lerne ich auf dem Weg von Maribor nach Monaco mehr, als das vorher auch nur ansatzweise absehbar war. Natürlich hatte ich nicht auf dem Schirm, dass daraus ein Buch entstehen würde. Ein langer Text zwischen zwei Deckeln. 252 Seiten, mit Bildern und Randnotizen. Gut ein Jahr Arbeit für eine sehr persönliche Erzählung über die Höhen und Tiefen des Lebens. Mit mancher Selbsterkenntnis. Was treibt Menschen an, welche Bedürfnisse haben sie, befriedigen sie ihre Sehnsüchte oder jagen sie nur Vorgaben anderer nach? Wo bleibt das, was so viele vermissen: Die Selbstbestimmtheit. Entscheiden können über das eigene Leben. Handmade Regelwerk statt gesellschaftlicher Normen und Verpflichtungen. Und fast schon poetisch über den Kreislauf der Natur. Die Schönheit, die Faszination, die Brutalität. Im Angesicht von Gipfeln, Graten und Gletschern fließen Verse, wie diese:

    Aus einer vielleicht etwas ungewöhnlichen Perspektive. Aus der Sicht des „BLAUEN TIGERS“… . Er schildert seine Eindrücke über die Mammuttour von Maribor nach Monaco. Drei Monate zu Fuß über die Alpen. Damit ist „Der blaue Tiger“ weltweit vermutlich der erste Rucksack, der seine Erlebnisse schriftlich verarbeitet hat. Und so beginnt das Buch, wie es sich gehört, mit einem Prolog. Ein bisschen keck. Ein wenig vorlaut und sehr direkt.

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  • Eine Frage des Stils

    Eine Frage des Stils

    Die Schwimmwelt schaut nach Singapur. Dort haben die Weltmeisterschaften begonnen. Gut 2.500 SportlerInnen kämpfen um Medaillen. Auch in den verschiedenen Schwimmarten. Aber wie haben sich diese überhaupt entwickelt und wann?

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    Singapur, 32 Grad, Luftfeuchtigkeit wie im Dampfbad. Im klimatisierten Inneren der World Aquatics Championships Arena knistert die Spannung. Hier wird bis Anfang August geschwommen.

    In die Startblöcke drückt sich auch ein Stück Kulturgeschichte. Genauer gesagt: der schnellste Schwimmstil, den der Mensch je im Wasser entwickelt hat – das Kraulen. Zumindest ist es das nach bisherigem Wissensstand.

    Unklare Anfänge

    Die Anfänge des Schwimmens als Sport sind schwer zu datieren. Der Mensch schwimmt seit Jahrtausenden. Zunächst aus überlebens-wichtiger Notwendigkeit, später aus Neugier.

    Die ältesten bildlichen Zeugnisse stammen witzigerweise aus der Sahara. Also dort, wo Wasser heutzutage Mangelware ist. In der Höhle von Wadi Sura im südwestlichen Ägypten sind auf rund 8.000 Jahre alten Felsmalereien schwimmende Menschen zu erkennen.

    Auch in Homers Odyssee wird geschwommen. Aber als Sport? Das dauert. Der erste Schwimmwettkampf, der schriftlich festgehalten wurde, fand im Jahr 36 v. Chr. in Japan statt. Erst im 19. Jahrhundert, parallel zum Siegeszug der Bäderkultur, beginnen organisierte Wettkämpfe, wie wir sie heute kennen.

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  • Ursprung des Lebens

    Ursprung des Lebens

    Der Zugang zu sauberem Wasser ist alles andere als selbstverständlich. In manchen Regionen gilt H2O als knappes Gut. Experten mahnen seit Jahren vor allzu sorglosem Umgang damit.  Seit 1993 erinnern die Vereinten Nationen am 22. März an die große Bedeutung von Wasser.

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    Knapp Dreiviertel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Es ist damit der häufigste Naturstoff. Mehr als 97,5 Prozent davon sind Salzwasser. Weniger als ein Prozent entfällt auf Trink- und Süßwasser.

    Angesichts dieser Zahlen wird deutlich: Das für unser Leben so wichtige Süßwasser ist eine knappe Ressource. Obwohl in Deutschland jedes Jahr im Durchschnitt rund 800 Liter Regen oder Schnee auf jeden Quadratmeter fallen.

    Ursprung von allem

    Auf dieser Seite spielt Wasser eine besondere Rolle. Nicht nur, weil ich gerne schwimme. Mir ist seit Kindesbeinen bewusst, dass Wasser lebensnotwendig ist. Ohne H20 gäbe es den Menschen nicht, die Tiere, die Pflanzen. Der antike Naturphilosoph Thales von Millet hat es so ausgedrückt: „Wasser ist der Ursprung von allem.“ Vielleicht tröstlich: Wasser verschwindet nicht einfach.

    Es bleibt erhalten. Seit Urzeiten bewegt sich Wasser in verschiedensten Systemen und Kreisläufen. Ein H2O-Molekül bleibt rund 3.000 Jahre im Ozean gebunden, bevor es das nächste Mal wieder abregnet. Wer überschaut schon drei Jahrtausende oder wartet auf den einen Mini-Tropfen? Weltweit transportieren Flüsse rund 127 Milliarden Liter Wasser. Nicht pro Jahr, sondern jeden Tag. Gigantische und kaum vorstellbare Dimensionen.

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