
Lars holt uns in Scalasaig ab, dem Hauptort der Insel. Zwei Restaurants, ein Café, eine Bar, ein kleiner Supermarkt mit Poststelle. Dazu Schule, Kindergarten, Inselarzt, Fähranleger, Museum und ein Flughafen. Mehr braucht es hier offenbar nicht.
„Wir möchten im Moment mit nichts und niemandem tauschen“, sagt Sandy später. Und während draußen der Atlantik gegen die Küste klatscht, klingt das nicht wie ein Werbespruch, sondern wie eine ziemlich durchdachte Lebensentscheidung.
Über Bord geworfen

Lars stammt aus Deutschland, hat lange als Polizist in München gearbeitet. Dann verliebt er sich in Sandy, die auf Colonsay aufge-wachsen ist. Ihr Vater Andrew hat hier einst eine Austernfarm aufgebaut. Heute führt Lars den Betrieb weiter. Ein Neuanfang mit 50. „Ich habe mein bisheriges Leben vor gut zwei Jahren über Bord geworfen“, sagt er und grinst dabei erstaunlich entspannt. Reue sieht anders aus. „Auch wenn es durchaus harte Zeiten gibt. Aber ich vermisse nicht viel aus meinem alten Leben.“
Später fahren wir zur Kiloran Bay. Goldgelber Sand, türkisgrüner Atlantik, Felsen wie gemalt. Karibikfeeling, nur mit deutlich kühleren Temperaturen. Und viel mehr Regen. Oberhalb der Bucht steht Lars’ kleine Sauna auf Rädern.


Importiert aus Finnland. Vier Leute passen hinein. Draußen pfeift der Wind, drinnen knackt das Holz im Ofen. Ein seltsam genialer Ort. Hier lässt es sich gut schwitzen.

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