Viel Wetter da draußen

Gegenüber schauen wir zum Càrnan Eoin, mit 143 Metern der höchste Punkt der Insel. Der Aufstieg dauert keine Stunde. Oben am Gipfel zerzaust der Wind die wenigen Büsche und Heidesträucher.

Der Blick reicht über große Teile der Insel und die Nachbar-Eilande. Irgendwo dazwischen schwimmen Seehunde durchs Wasser, manchmal auch Delfine oder Wale. Schlangen gibt es hier übrigens keine. Weder Menschenschlangen noch irgendwelche Nattern. Dafür Kaninchen. Viele Kaninchen. „Die fressen alles an und unterhöhlen die gesamte Insel“, spottet Lars und lacht.

Austern, Bienen, Wikinger

Überhaupt scheint auf Colonsay vieles gleichzeitig möglich zu sein. Rau und friedlich. Ruppig und freundlich. Direkt und höflich. Schweigsam und klar. Vielleicht liegt das an Menschen wie Andrew Abrahams. Lars’ Schwiegervater kennt nicht nur jede Bucht und jede Geschichte der Insel. Er weiß auch jede Menge über Austern, Bienen und die Vergangenheit von Colonsay und der kleinen Nachbarinsel Oronsay.

Irische Siedler kamen bereits um 500 nach Christus hierher, später plünderten Wikinger die Abtei auf Oronsay. Andrew erzählt davon mit der Ruhe eines Mannes, der nichts beweisen will. Seit Jahrzehnten kümmert er sich um Austern. Und um die dunkle europäische Biene.

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