WATT ein WELTERBE

Und irgendwann dieses Gefühl, angekommen zu sein, sobald die erste Möwe zu hören war. „Wenn dass passierte, war das dann einfach: ja, jetzt bin ich da“, erzählt Franziska Junge.

Vielleicht beginnt manche Verbindung zu einer Landschaft genau dort. Nicht mit einer Entscheidung. Sondern mit einem Geräusch. Heute spricht Franziska Junge über Artenvielfalt, Monitoring, Salzwiesen, Kabeltrassen und steigende Meeresspiegel. Über ein Schutzgebiet, das seit inzwischen mehr als 40 Jahren Nationalpark ist. Das mit dem Watt in den Niederlanden, Dänemark, Niedersachsen und Hamburg ganz eng verbunden ist.

Zwischen Nutzung und Naturschutz

Über einen Raum, in dem sich Nutzung und Naturschutz permanent austarieren. Ein Spagat, der Mitte der 1980er Jahre im Nationalparkgesetz mündet. Allen Widerständen zum Trotz. „Inzwischen wissen die Menschen, wie wichtig das Wattenmeer auch für sie ist“, sagt Junge. Das Bewusstsein hat sich gewandelt.

„Wir haben 10.000 Arten, die im Nationalpark leben“, sagt Junge. „Eine unglaubliche Vielfalt.“ Die begeistert die Frau, die ihren Zweitwohnsitz in Tönning hat und am Wochenende nach Bordesholm bei Kiel pendelt. „Dort habe ich ein kleines Häuschen.“

Die Arbeit in Tönning gefällt ihr. Hier ist sie mittendrin statt nur am Schreibtisch. Kurze Arbeitswege. Und viele Mitarbeitende. An der Eider hebt die Umweltexpertin das Fernglas. Sie zeigt auf Brandgänse, Säbelschnäbler und Seeschwalben. Erklärt, wie stark Ebbe und Flut selbst hier noch wirken, obwohl die Nordsee doch noch ein Stückchen entfernt ist.

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