Wenn das UND fehlt

Kürzlich hat die studierte Geografin einen Gedanken gelesen. Vielleicht trauere sie nicht allein um Luis. Sondern vor allem um das „Und“. Um Alix & Luis. Um diese Verbindung, die 25 Jahre lang selbstverständlich war. Seitdem baut sie an einem neuen Leben. Eines, das Alix von Melle als fragiles Kartenhaus beschreibt. Sie braucht mehr Zeit allein, oft weniger Menschen um sich herum. Und wenn, „dann nur Leute, die meine Art zu trauern respektieren und mir nicht ständig Energie rauben.“

Ein klares JA

Die Wahl-Allgäuerin hat inzwischen etwas Wichtiges gelernt. Es klingt für eine Frau, die jahrzehntelang Gipfel bestiegen hat, beinahe paradox: Einfach sitzen zu bleiben. Nicht zum nächsten Abenteuer übergehen.

„Früher konnte ich kaum eine Stunde auf einem Gipfel verbringen“, erzählt Alix. Heute setzt sie sich auf eine der zahlreichen Bergspitzen im Allgäu und schaut lange in die Landschaft, atmet. Ohne Ziel. Das Leben geht weiter. Alix macht die nächsten Schritte. Auch in den Bergen. Auch wenn es enorm viel Kraft kostet. „Aber ich muss nicht immer stark sein.“

Eineinhalb Jahre nach Luis’ Tod steht sie wieder an einem Siebentausender. Am Dhaulagiri VII verstreut sie einen Teil seiner Asche. Alix will dort auch herausfinden, ob ihr das Bergsteigen ohne Luis noch Freude macht. Die Antwort ist eindeutig: „Ja. Die Berge geben mir noch immer sehr viel.“

Seiten: 1 2 3 4

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert