Zurück nach vorne

Sanduhren sind magisch. Sie zeigen sehr plastisch an, wie rasch das vergeht, was wir als Zeit bezeichnen. Also jene physikalische Größe, die die Abfolge von Ereignissen beschreibt. Wie die von Ende Juli 2015.

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Als ich vor zehn Jahren oberhalb von Monaco stehe, habe ich Tränen in den Augen. Die Stimme ist brüchig, die Klamotten sind verschlissen, im Kopf rumpelt eine große Achterbahn.

Die vergangenen drei Monate waren ein Auf und Ab im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die An- und Abstiege nicht gezählt. Es waren viele, sehr viele. Beschwerlich und anstrengend zwar, aber ein Abenteuer. Keinen Tag, keine Stunde, keine Sekunde möchte ich missen. Drei Monate voller Erlebnisse und Begegnungen. Stille Momente, Zeit zum Sortieren, ein Vierteljahr als Glück empfundene Freiheit.

Erlebnisse für ein ganzes Buch

In diesen rund 7,8 Millionen Sekunden lerne ich auf dem Weg von Maribor nach Monaco mehr, als das vorher auch nur ansatzweise absehbar war. Natürlich hatte ich nicht auf dem Schirm, dass daraus ein Buch entstehen würde. Ein langer Text zwischen zwei Deckeln. 252 Seiten, mit Bildern und Randnotizen. Gut ein Jahr Arbeit für eine sehr persönliche Erzählung über die Höhen und Tiefen des Lebens. Mit mancher Selbsterkenntnis. Was treibt Menschen an, welche Bedürfnisse haben sie, befriedigen sie ihre Sehnsüchte oder jagen sie nur Vorgaben anderer nach? Wo bleibt das, was so viele vermissen: Die Selbstbestimmtheit. Entscheiden können über das eigene Leben. Handmade Regelwerk statt gesellschaftlicher Normen und Verpflichtungen. Und fast schon poetisch über den Kreislauf der Natur. Die Schönheit, die Faszination, die Brutalität. Im Angesicht von Gipfeln, Graten und Gletschern fließen Verse, wie diese:

Aus einer vielleicht etwas ungewöhnlichen Perspektive. Aus der Sicht des „BLAUEN TIGERS“… . Er schildert seine Eindrücke über die Mammuttour von Maribor nach Monaco. Drei Monate zu Fuß über die Alpen. Damit ist „Der blaue Tiger“ weltweit vermutlich der erste Rucksack, der seine Erlebnisse schriftlich verarbeitet hat. Und so beginnt das Buch, wie es sich gehört, mit einem Prolog. Ein bisschen keck. Ein wenig vorlaut und sehr direkt.

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