„Ditte is ja bekloppt, wa!“

Berlin ist so groß. Das denke ich immer, wenn ich mit dem ICE in den Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt einfahre. Hamburg wirkt dagegen auf mich wie ein Dorf. In Berlin scheint vieles eine Dimension größer zu sein. Die Gebäude, die Straßen, die Hektik und der Lärm. Aber bei den Hügeln und natürlichen Erhebungen liegt die größte deutsche Stadt hinter der zweitgrößten. Der Große Müggelberg ist mit knapp 115m etwa einen Meter niedriger als Hamburgs höchster Berg, der Hasselbrack. Jedenfalls ist der Müggelberg der neunte „topografische Höhepunkt“ in meiner Reihe #16Länder16Gipfel.

Berlin-Köpenick ist von Wasser umgeben. Spree, Dahme und Müggelsee

Die S-3 rattert vom Hauptbahnhof Richtung Osten. Das Ziel: Berlin-Köpenick. Jener Stadtteil, der an Spree und Dahme liegt und durch einen Hauptmann weltberühmt wurde. Doch dieser Hochstapler aus dem vorigen Jahrhundert interessiert uns heute nicht. Meine Partnerin Christine Kutschera begleitet mich, ist mit dabei, wenn es auf den Großen Müggelberg geht. Und der liegt am südöstlichen Rand der Hauptstadt, in Köpenick eben, am Müggelsee.

Mit 7,4 km² Wasserfläche ist der Müggelsee der größte See in Berlin

Blau glänzt das große Gewässer in der warmen Herbstsonne. Spiegelglatt und still. „Da springe ich schon noch hinein“, feixe ich ein bisschen. „Schon klar“, lächelt Christine. „Nichts anderes erwarte ich!“ Eine Stunde später stehen wir an der Anlegestelle für Ausflugsdampfer. Christine im warmen Winterparka, ich in Badehose.

Mein Naturthermometer sagt mir: „Der See ist 12 Grad warm.“ Oder kalt. Das liegt im Finger des Fühlers. Am nächsten Tag schaue ich im Internet nach der offiziell gemessenen Temperatur. 12,7 Grad heißt es da. „Warum kannst du das so genau spüren?“, fragt mich Christine. „Erfahrung, jahrelange Erfahrung“, entgegne ich. Jetzt aber lasse ich mich ins Wasser ab. Schön ruhig weiteratmen.

Da schimmert das Wasser hindurch

„Wasser ist im ersten Augenblick immer frisch, egal ob es 30 Grad warm ist oder nur 15 Grad hat. Also Ruhe bewahren. Dann ist der erste „Kälteschock“ gut auszuhalten. Einmal untergetaucht, damit ich „kühlen Kopf“ bewahre. Eigentlich wollte ich eine Badekappe tragen. Aber die ist beim Überziehen gerissen. Heute also ohne und schon kraule ich hinaus, in den See. Ich bin der einzige Badegast. Der ganze Müggelsee nur für mich. Ein tolles Gefühl der Freiheit umspült mich.

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