Pläne sind solange gut, bis ein neuer nötig wird. So ist es jetzt geschehen. Ursprünglich sollten und wollten wir jetzt in Kirgistan sein. Aber ein Virus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Leider.
Weiterlesen: Jetzt erst rechtKirgistan begleitet uns seit Monaten in den Träumen. Mich sogar schon seit fast 20 Jahren. Durch den Zufall lese ich damals eine Novelle von Tschingis Aitmatow.

Du meine Pappel im roten Kopftuch aus dem Jahr 1961. Eine Liebesgeschichte ohne glückliches Ende. Ich lese Der weiße Dampfer und Dshamilja. Aitmatow beschreibt darin seine Heimat, die Kultur, das Himmelsgebirge und die Weite der Graslandschaften. Fröhlich melancholisch und bildhaft berührend. Kirgistan ist seither ein Sehnsuchtsziel für mich. Mit den schneebedeckten Spitzen im Himmelsgebirge.
天山山脉

Das Tian Shan erstreckt sich auf gut 2.400 Kilometern über Kirgistan, China, Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan. Die höchsten Gipfel ragen mehr als 7.400m in den zentralasiatischen Himmel. Nun wollten wir dorthin. Alles war geplant, gebucht, gepackt. Stattdessen liegen wir jetzt mit einem Virus flach.
Kein Aufbruch ins Tian Shan (天山山脉), keine Nächte in Jurten, kein Schwumm im Issyk-Kul. In jenem riesigen See, der ca. 180 Kilometer lang ist und trotz seiner Lage auf 1.600 Metern so gut wie nie zufriert. Und kein Zeltlager auf knapp 4.000m. Stattdessen Tabletten, Tee und Traurigkeit. Wir hatten uns fast ein Jahr lang vorbereitet. Karten studiert, Geschichten gehört und Ausrüstung getestet. Wir wollten eintauchen in eine Welt, die uns fremd und zugleich nah erscheint.









