Über alle Berge – Zu Fuß von Maribor nach Monaco

Über alle Berge – Zu Fuß von Maribor nach Monaco

 22. Juli 2016

Das Blau schmerzt fast

Das gilt auch für die letzten drei Wochen durch das Aosta-Tal und den Nationalpark Gran Paradiso. Er trägt seinen Namen aus gutem Grund. Das Gebiet ist ein Naturparadies: kristallklare Bergseen, blau-weiße Gletscher, rauschende Wasserfälle, Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, scharfkantige Felsen und Enzianwiesen. So blau, dass das Auge fast schmerzt. Auf und ab geht es, mal kletternd, mal balancierend. Längst habe ich das Gleichgewicht in meinem Leben wieder. Jeder Tag ist ein Genuss, der meist mit dem Sonnenaufgang beginnt.

Sonnenaufgang am Fuße des Mont Viso
Sonnenaufgang am Fuße des Mont Viso

Im Piemont erlebe ich wohl den schönsten rot-orangen Himmel der gesamten Tour. Morgens um halbsechs sitze ich vor dem Refugio Quintino Sella unterhalb des wuchtigen Mont Viso. Die Sonne steht als kleiner, roter Punkt am Himmel. Langsam wächst er und wird zum roten Feuerball. Das lässt niemanden kalt. Ich atme tief durch und starte in meine letzte Woche. Wieder habe ich einen Kraftplatz gefunden.

Die französischen Seealpen bilden die letzte größere Hürde. Noch einmal hinauf auf knapp 3000 Meter. Dann geht es fast nur noch bergab, durch Wälder und Gestrüpp, kleine Täler, winzige Dörfer, Richtung Monte Carlo. Nach zwei Monaten und 28 Tagen stehe ich in La Turbie. Erstmals sehe ich das Meer. Rund 200 Meter tiefer liegt Monaco.

Der Tränen nah

Die See schimmert grau-blau, es herrscht leichter Wellengang und weiße Boote dümpeln umher. Das Licht der Côte d‘Azur verstrahlt Wärme. Dennoch habe ich eine Gänsehaut. Maribor – Monaco –  Mammut-Marsch – Megatour.

Das Ziel vor Augen - Monaco
Das Ziel vor Augen – Monaco
Am Ende der Mammuttour von Maribor nach Monaco
Am Ende der Mammuttour von Maribor nach Monaco

Eine gute Stunde später stelle ich mitten im Stadtgewusel des Fürstentums  Monaco den Rucksack ab. Er wirkt ramponiert und versinkt leicht im Sand. Die Wellen brechen sich sanft am Kiesel-Strand. Ich gehe ins türkisblaue Wasser, lasse mich fallen, schwimme wie ein Fisch, tauche und spüre nichts, außer die Wellen der Côte d’Azur. Jetzt weiß ich, warum Blau meine Lieblingsfarbe ist. Ich kann sie nicht nur sehen. Ich kann sie hören, riechen, fühlen und schmecken.

Steine, Strand und Sonne
Steine, Strand und Sonne

 

 

 

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