
Doch es sind nur ein paar Minuten, in denen unser Puls beschleunigt. Die Bergstation der Seilbahn rattert schon und wir erkennen das schwarze Dach der Sachsenbaude. Früher war das Fichtelberghaus ein Sanatorium, heute ist es Restaurant und Hotel. „Wohl eines der bestbesuchten Häuser in ganz Sachsen“, vermutet Weißflog.
Angekommen am Gipfel und an der Friedensglocke
Auf dem Gipfelplateau herrscht emsiges Treiben, obwohl das Wetter nicht das beste ist. Überall wuseln Menschen umher, oder sitzen auf der Terrasse. Wir schauen uns um. Jens Weißflog hält sich dezent im Hintergrund. Es wirkt fast so, als wollte er nicht erkannt werden. Doch es gibt kein Entrinnen. Der Skispringer a.D. war ein Idol und ist es bis heute. Ein junger Mann spricht ihn an. „Sind Sie es?“ Weißflog nickt und lächelt. „Ja, bin ich.“ „Darf ich ein Foto mit Ihnen machen und ein Autogramm haben?“ „Natürlich.“

Der beste deutsche Skispringer aller Zeiten kennt das. Und man kennt ihn. Was hat er nicht alles gewonnen: dreimal olympisches Gold, drei WM-Titel, viermal die Vierschanzentournee und insgesamt 33 Weltcups. Die Liste ist lang und setzt sich aus Erfolgen zweier politischer Systeme zusammen. Aus Zeiten der DDR und der BRD, als zunächst parallel, später im V-Stil gesprungen und geflogen wurde. Weißflog kennt sich mit Systemwechseln also bestens aus. Aber allzu großer Starrummel ist seine Sache nicht.

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