

Für mehrere Tage habe ich einen Aufenthalt im Nationalpark gebucht. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe und mehreren Rangern durchstreife ich den südindischen Dschungel. Dichter Wald wechselt mit großen Lichtungen. Der Periyar-Fluss ist nie weit entfernt.

Unsere Begleiter kennen diesen Dschungel wie kaum jemand sonst. Das hat einen besonderen Grund: Die Männer waren früher Wilderer. Einige von ihnen saßen deshalb mehrfach im Gefängnis. Dann bot ihnen die Regierung von Kerala einen anderen Weg. Sie sollten Ranger werden. Ausgerechnet jene Männer, die zuvor illegal im Dschungel unterwegs waren, sollten ihn nun schützen.
Wir müssen leise sein
Ziemlich schlau. Wer kennt Wege, Tiere und Verstecke des Dschungels besser als ein Wilderer? Raju jedenfalls scheint mit seinem neuen Leben zufrieden. „Seitdem ich als Ranger arbeite, schlafe ich deutlich besser und ruhiger“, sagt er und grinst. Wir sind auf der Pirsch – und bei bester Laune. Gerade verlassen wir wieder einmal den dichten Wald.
Vor uns breitet sich eine helle Lichtung aus. Raju trägt sein Gewehr über der Schulter. Sicher ist sicher. Plötzlich bleibt er stehen. Er nimmt die Flinte von der Schulter und entsichert sie. „Vorsicht. Wir müssen leise sein“, flüstert er.


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