
…Jetzt, wo wir schon einmal da sind, gehen wir an den Auslauf des Eiskanals. Außerhalb des offiziellen Geländes. Dort rollt die etwas abgeschwächte Wildwasserwalze krachend in den Lech. Wassertemperatur ebenfalls ca. fünf Grad. Badehose an, Kappe auf, Brille drüber, Sicherheitsboje anhängen und ab in die Strömung. „Alter, da kriegst du Speed“, donnert Lars an mir vorbei. Wenig später schießen ich und das Adrenalin in Null Komma nix in den Lech und durch meinen Körper. „Wow, sehr cool, zweite Runde.“

September 1972: Wir freuen uns schon auf die offizielle Genehmigung. Auf die müssen wir am nächsten Tag am Dante-Bad (wieder in München) nicht warten. Hier zahlst du Eintritt. Fertig. In dem Bad fanden 1972 zahlreiche Wasserballspiele statt. Mit dem späteren Siegerteam aus der Sowjetunion. Heute tummeln sich zahlreiche ältere Damen und Herren in dem Freibad. Das 72er-Logo hängt noch über der großen Tür. Vom olympischen Geist spüren Lars und ich nur die Ringe. Die unter unseren Augen. Immerhin: Wir waren irgendwie jetzt doch dabei. So wie in Kiel-Schilksee, dem Olympiahafen für die Segler von 1972 vereinbart.
Beim Schwimmen kommen einem manchmal die besten Ideen. Aber am ehesten im kalten Wasser. Man braucht schließlich einen kühlen Kopf. Wie vor der ganzen Aktion. Am Tegernsee incl. Damenbesuch. Dort hatte es Anfang April noch einmal geschneit. Das Wasser vier Grad. Brrr…. Aber: Lars hat sein Saunazelt dabei, das wir rasch aufgestellt haben. Hinein: Also in den eiskalten See und in die „Schwitzbude.“ Drei Durchgänge. Frieren, schwitzen, frieren, schwitzen, coole Ideen ausbrüten…
Schreibe einen Kommentar