Ehre, wem Ehre gebührt

Die IPPG fühlt sich der Philosophie und Ethik des promovierten Biologen Preuss verpflichtet. „Das Können ist des Dürfens Maß“, werden Bachler und all die bekannten Alpinisten nicht müde zu zitieren. Kletterhaken verwendet Preuss lediglich als Hilfsmittel in besonders gefährlichen Situationen. Damit gilt der Kletterer als ein Pionier des Freikletterns und als Vorbild vieler Alpinist:innen.

Viele sind heute nach Altaussee gekommen. Ein sonniger Spätsommertag. Unter die mehr als 200 Gäste und Journalisten haben sich zahlreiche bekannte Bergspezialisten gemischt. Ines Papert, Dörte Pietron, Alexander Huber, Dani Arnold, Robert Schauer, Beat Kammerlander, Bernd Arnold und andere.

„Vielleicht bin ich auch nur stur“

Und natürlich die Trägerin des diesjährigen Paul-Preuss-Preises: Barbara „Babsi“ Zangerl. Geboren in Bludenz, wächst die 37-Jährige mit ihren Geschwistern in Strengen im Stanzertal in Tirol auf. Ihr älterer Bruder nimmt die „kleine Schwester“ zum Bouldern mit. Sie startet durch, avanciert zu einer der besten ihres Fachs. Mit 19 dann ein Bandscheibenvorfall.

„Babsi“ wechselt zum Alpinklettern und wird auch hier rasch zu einer bekannten Größe. „Aufgeben, das ist so gar nicht ihr Ding“, heißt es in der Laudatio von Journalist und Kletterexperte Florian „Flo“ Scheimpflug. „Rückschläge sind ihr Antrieb. Ehre, wem Ehre gebürt.“ Beat Kammerlander, selbst Alpinist, Preuss-Preisträger und ein Mentor von Zangerl fasst es so zusammen:

„Babsi hat eine Resilienz entwickelt, die mehr als bewundernswert ist.“ So sieht es auch Ines Papert:

„Babsi“ Zangerl selbst lacht: „Ich glaube, viele Menschen halten mich einfach nur für stur. Jede Medaille hat halt zwei Seiten.“

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