Mann mit Tunnelblick

Historischer Gepäckwagen der SBB in Erstfeld

Von 1872 bis 1880 sprengen die Macher die Fahrröhre aus dem Gotthard-Massiv. Mancherorts türmen sich mehr als 1.100 Meter Fels über den Gleisen auf.

Tausende Arbeiter schuften unter Tage, fast 200 von ihnen sterben auf tragische Weise. Im Juni 1882 startet der Bahnbetrieb. 1999 beginnt der Bau des neuen Gotthard-Basistunnels. „Mit 57 Kilometern ist er der längste Eisenbahntunnel der Welt“, berichtet Experte Horst mit leuchtenden Augen. Im Juni 2016 weiht die Schweizer Bahn das Bauwerk ein. Seither rauschen täglich bis zu 260 Züge durch die finstere Röhre.

Es muss nicht digital sein

Ein Viertel davon sind Personenzüge mit bis zu 230 Km/h. All das erzählt Horst, der Rentner, ohne Punkt und Komma. Ohne auch nur irgendwo nachschauen zu müssen. „Das ist alles auf meiner Festplatte im Hirn gespeichert.“ Von Computern, Smartphones und dem Internet hält er nicht viel. „Ich möchte nicht, dass meine Daten in die falschen Hände geraten.“ Der Eisenbahnfan ist aber alles andere als gegen Fortschritt. Nur sinnvoll muss er sein. „Und zwar für alle!“

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