
Das Schutzgebiet öffnet sich mit tief eingeschnittenen Schluchten, senkrechten Wänden und Wasserfällen. Auf einer Fläche von gut 15.000 Hektar schießen immer wieder Wassermassen über die Felsen.


Buchen- und Kiefernwälder wechseln mit alpinen Matten, auf denen Enzian und Edelweiß wachsen. Angeblich leben hier auch einige Braunbären. Ich sehe keine, dafür kreist ein Schmutzgeier in der Luft. Sein Flug wirft Schatten. Murmeltiere schlagen Alarm und huschen flink über die Wiesenmatten in ihren Bau.
Wolken, Regen, Farben
In dieser riesigen Schlucht – sie ist die größte Europas- kann ich das gut beobachten. Immer wieder. Den Vergleich zum Grand Canyon in den USA muss der Ordesa-Nationalpark nicht scheuen. Obwohl die spanische Schlucht ihr eigenes Gesicht hat. Geologisch und klimatisch.

Mit dem Wetter habe ich seinerzeit nur bedingt Glück. September in den Pyrenäen bedeutet auch viele und kräftige Regenschauer. Wolken verhängen die Gipfel, geben sie frei, verschlucken sie wieder. Kein Ärgernis, eher eine große Abwechslung mit besonderen Stimmungslagen.
Der Regen sättigt die Farben der Natur und die Gerüche. Außerdem sind die Wege einsamer. Für mich ein deutliches Plus und ein Genuss. Irgendwie wirkt der Ordesa-Canyon wie Mittelerde in J. R. R. Tolkiens „Herr der Ringe.“

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