
Die Stufen knarzen, Leitern führen steil nach oben, über 3.000 Sprossen sind es insgesamt. Alles in freiwilliger Arbeit gebaut und erneuert – Jahr für Jahr.
Schweißtropfen perlen auf der Stirn. Auf Sigis und meiner. Auch bei Horst Jobstraibitzer, Kletterautor und ein Bergfreund Wentners aus frühreren Zeiten. Horst ist immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. „Direkt mitgebaut habe ich zwar nicht“, sagt er, „aber über meine Netzwerke konnte ich helfen.“
Dem Bach bei der Arbeit zusehen
Dann zeigt Jobstraibitzer hinauf zum höchsten Wasserfall, dem „Kanonenrohr“. Im Winter, erzählt er, wagen sich hier manchmal Eiskletterer hin, allerdings nur mit Genehmigung des Alpenvereins.


Ich bleibe kurz stehen, schaue in die spritzende Gischt. Die Millionen kleinen Wassertropfen brechen das Licht. Der Bach tost, er rauscht und frisst sich immer tiefer in die Kalkfelsen. Seit Jahrtausenden formt der unablässige Strom die Landschaft. Mich beeindruckt das zutiefst. Tausende Besucher offenbar auch.

Fast 40.000 Wanderer zählt die Klamm jedes Jahr. Sie kommen aus Österreich, Deutschland, aus ganz Europa, ja sogar aus Nordamerika. Die meisten von ihnen wissen jedoch nicht, dass sie die Besichtigung dieses Natur-denkmals dem Ehrenamt verdanken. „Das ist unbezahlbar“, sagt Lorenz, der mit seiner Frau Renate unterwegs ist. „Feuerwehr, Rettung, Alpenverein – ohne Freiwillige geht in Österreich nichts.“ Recht hat er.

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